
Die Stiftung hat 2026 zwei Förderpreise in Höhe von insgesamt 50.000 € verliehen
Am 19. März 2026 hat die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung in der Aula der Universität des Saarlandes zum neunten Mal ihre Förderpreise in Höhe von 50 000 Euro verliehen. Ausgezeichnet wurden zwei außergewöhnliche Talente aus den Bereichen Medizin und Klassische Musik.
Die Preisverleihung stand erneut im Zeichen eines klaren Gedankens: Wer sich durch besondere Leistung, Disziplin und Engagement auszeichnet, soll dafür Anerkennung und konkrete Unterstützung erhalten. Gerade in einer Phase, in der junge Menschen wichtige Weichen für ihre berufliche Zukunft stellen, kann gezielte Förderung entscheidend sein.
Den Impuls des Abends gab Philipp Gross, geschäftsführender Gesellschafter der Peter Gross Bau aus St. Ingbert. Unter dem Leitgedanken „Talente fordern und fördern“ sprach er darüber, wie wichtig es sei, Verantwortung für die nächste Generation zu übernehmen, nicht nur in Unternehmen, sondern in der gesamten Gesellschaft.
Durch den Abend führte der
Präsident des Rotary Clubs St. Ingbert e.V., Thomas Braml. Neben den aktuellen Preisträgern waren auch frühere Ausgezeichnete anwesend und berichteten, wie sich ihr beruflicher Weg seit der Ehrung entwickelt hatte. Die beiden
Laudationes
hielten
Prof. Thomas Duis und Prof. Dr. Judith Harrer-Haag. Im Anschluss nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Bildergalerie
Die Preisträger*innen 2026
Dr. Ahmad Aljohmani | Förderpreis Medizin
Den Förderpreis im Bereich Medizin erhielt Dr. Ahmad Aljohmani. Er wurde 1993 in Sada (Syrien) geboren und studierte Pharmazie in Jordanien. Dort erwarb er sowohl den Abschluss als Doktor der Pharmazie als auch einen Master in Klinischer Pharmazie. Anschließend setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn in Deutschland fort und promovierte am Universitätsklinikum des Saarlandes im Bereich Molekulare Pharmakologie.
Heute leitet er am Universitätsklinikum des Saarlandes eine eigene Nachwuchs-Arbeitsgruppe im Center for Molecular Signaling. Seine Forschung beschäftigt sich mit schweren bakteriellen Infektionen. Dabei untersucht er nicht nur die Krankheitserreger selbst, sondern vor allem die Reaktionen des Körpers. Denn häufig entstehen schwere Schäden nicht allein durch Bakterien, sondern auch durch überschießende Entzündungsreaktionen des eigenen Immunsystems.
Dr. Aljohmani erforscht, welche körpereigenen Eiweiße – sogenannte Enzyme – bei Infektionen eine Rolle spielen und wie man diese gezielt beeinflussen kann, um Entzündungen zu bremsen und Gewebe zu schützen. Seine Arbeit verbindet Laborforschung mit Untersuchungen an Patientenproben und hat damit eine direkte Bedeutung für die medizinische Praxis.
Mit dem Förderpreis baut er jetzt einen neuen Forschungsschwerpunkt im Bereich Kopf-Hals-Tumoren auf. Auch bei Tumoren spielen körpereigene Signalwege und Enzyme eine wichtige Rolle, insbesondere für deren Wachstum und Ausbreitung. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es ihm, erste wichtige Vorarbeiten zu leisten, Daten zu erheben und internationale Kontakte auszubauen.
Paula Prudlo | Förderpreis Klassische Musik
Der Förderpreis im Bereich Klassische Musik ging an die junge Cellistin Paula Prudlo, die 2006 in Homburg geboren wurde. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Cellospiel. Früh wurde ihr Talent erkannt und im Rahmen der Young Academy Rostock gezielt gefördert.
Sie trat mehrfach solistisch mit Orchestern auf und war Stimmführerin der Cellogruppe im Bundesjugendorchester, eine besondere Auszeichnung innerhalb dieses renommierten Nachwuchsorchesters.
Seit dem Wintersemester 2024/25 studiert sie Violoncello an der Hochschule für Musik Saar. Ein Musikstudium auf professionellem Niveau ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Zwar besaß sie seit ihrem 13. Lebensjahr ein eigenes Instrument, doch entsprach dieses nicht mehr den Anforderungen, die bei Vorspielen für Orchesterstellen erwartet werden.
Gerade bei Bewerbungen für eine feste Stelle in einem Berufsorchester entscheidet neben dem Können auch die Qualität des Instruments. Der Förderpreis eröffnet ihr die Möglichkeit, auf einem höherwertigen Cello zu spielen und sich damit optimal auf kommende Probespiele vorzubereiten.
Pressestimmen
Saarbrücker Zeitung | 20.03.2026
Große Bühne für Preisträger: 50.000 Euro für Saar-Talente
aktueller bericht | SR | 20.03.2026
7. Bericht, 20:54 min.
Giessen-Preis: Stiftung fördert Cellistin und Krebsforscher mit insgesamt 50.000 Euro
Universität des Saarlandes | 20.03.2026
Ahmad Aljohmani erhält Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung
Stadt St. Ingbert | 22. März 2026
9. Preisverleihung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung in Saarbrücken
SR kultur | Sendung "Der Nachmittag" | 09. April 2026
Paula Prudlo: Mit neuem Cello Richtung Profiorchester
Stadtmagazin St. Ingbert | 22. Mai 2026
Begabung fördern, Potenzial entfalten

































































