Die bisherigen Preisträger*innen

Mit einem Klick auf die Bilder gelangen Sie zu einem aktuellen Statement der Preisträger*innen, in welcher Weise der hochdotierte Preis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ihre berufliche Laufbahn bisher beeinflusst hat [Stand März 2026].
  • Dr. Beate M. Schmitt | Preisträgerin 2018 - Medizin

    Stand: 06/2018


    Dr. Beate M. Schmitt, geb. 1992 in Zweibrücken, promoviert aktuell am Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie der Universität des Saarlandes. Sie überzeugte das Kuratorium mit ihrem anspruchsvollen Projektantrag und mit ihrer bisherigen akademischen Karriere. Sie möchte mit ihrem Vorhaben „Zielgerichtete Reduktion des Oberflächenproteins NG2 in Glioblastomen durch Inhibition der Proteinkinase CK2“ sowohl einen wesentlichen Beitrag zur Grundlagenforschung als auch deren klinischer Anwendungspotentiale leisten. 


    Glioblastome sind häufige äußerst bösartige Hirntumore, bei denen die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten wegen fehlender Heilungsmöglichkeiten vorwiegend auf Symptomlinderung abzielen. Ziel des Forschungsvorhabens von Frau Schmitt ist es, auf Zellebene neue Wege der Signalübermittlung und Angriffspunkte an Molekülen zu finden, die Tumorzellen an ihrer Teilung hindern.


    So könnte das Tumorwachstum gebremst und damit das Leben der Patienten verlängert werden. Im besten Fall könnte das Tumorwachstum vielleicht sogar völlig gestoppt werden und es bestünde die Chance auf Heilung.


    Mit dem ihr verliehenen Förderpreis wird Frau Schmitt ein Laborpraktikum im englischsprachigen Raum finanzieren, um sowohl ihr molekularbiologisches Methodenspektrum zu verfeinern und zu erweitern als auch ihre Kenntnisse in wissenschaftlichem Fachenglisch zu vertiefen.


    Zudem wird sie den Förderpreis nutzen, um an (internationalen) Kongressen teilzunehmen, dort ihre Forschungsergebnisse vorzustellen und mit Fachpublikum kritisch zu diskutieren sowie Kontakte für künftige Forschungsprojekte zu knüpfen.


  • 8 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    "Acht Jahre nach der Preisverleihung durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung blicke ich auf eine ereignisreiche und prägende Zeit zurück. 2018 wurde ich mit dem Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ausgezeichnet. Dank der finanziellen Unterstützung konnte ich 2019 an einer internationalen molekularbiologischen Fachkonferenz in Rotterdam teilnehmen. 


    Von 2021 bis 2022 folgte ein einjähriger Forschungsaufenthalt an der Universität Yale in den USA, der mir wertvolle Einblicke in die internationale Wissenschaftslandschaft ermöglichte. Dabei wurde Englisch fast nebenbei zu meiner zweiten Muttersprache. Zurück in Deutschland verteidigte ich erfolgreich meine Promotion und erhielt 2022 meinen Doktortitel. 


    Nach einem Sabbatical und 840 Kilometern zu Fuß auf dem Jakobsweg „Camino del Norte“ startete ich 2024 voller Energie meine Tätigkeit als Wissenschaftlerin bei BioNTech in Idar-Oberstein. Dort war ich zwei Jahre lang an der Entwicklung, Produktion und Qualitätskontrolle neuartiger Therapeutika gegen infektiöse und unheilbare Erkrankungen beteiligt. 


    Neben meinen beruflichen Aufgaben wurde ich 2025 als Mitglied eines Komitees ernannt, das die Verbindung zwischen BioNTech und dem Standort Idar-Oberstein stärken soll. In diesem Rahmen konnte ich eine persönliche Herzensangelegenheit vorantreiben: Junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern. Nach intensiver Vorbereitung hielt ich einen Fachvortrag für die Schülerinnen der Biologietechnik-Klasse der Harald-Fissler-Schule. Wenige Tage später leitete ich den Site-Visit, bei dem die Schülerinnen dank der Unterstützung von Kolleg*innen aus verschiedenen Fachbereichen eine interdisziplinäre Führung mit praktischen Elementen erleben konnten. 


    Ende 2025 nutzte ich die Förderung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung für mehrere intensive Coaching-Sessions, die speziell auf meine Karriereentwicklung ausgerichtet waren. 


    Seit Januar 2026 habe ich eine neue berufliche Herausforderung angenommen und arbeite nun bei der BioNTech SE in Mainz. In meiner neuen Rolle als Managerin bin ich direkt an der Produktion individualisierter Krebstherapien für einzelne Patient*innen beteiligt. Diese Position verdanke ich nicht zuletzt der Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung, die mir geholfen hat, wichtige Brücken auf meinem beruflichen Weg zu bauen. Mit großer Leidenschaft arbeite ich weiterhin daran, Wissenschaft direkt zum Patienten zu bringen.


    P.S.: Auch 2025 habe ich mir eine kreative Auszeit zu Fuß gegönnt – diesmal auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago."

  • Jonas Stark | Preisträger 2018 - Musik

    Stand: 06/2018


    Jonas Stark, geb. 1998 in Saarlouis, startete bereits als 15jähriger - nach seinem Abitur mit der Note 1 am Gymnasium am Stefansberg in Merzig - sein Musikstudium an der Hochschule für Musik Saar bei Herrn Professor Thomas Duis. Er ist bereits heute ein vielfach ausgezeichneter nationaler und internationaler Musiker mit umfassenden Konzerterfahrungen durch Auftritte in Köln, Hamburg, Dresden, Konstanz, Wien, Davos, Kaschau (Slowakei), Manchester und Sydney. Auch als Solist in Klavierkonzerten war er mehrfach tätig, zuletzt bei den Mozartfestspielen in Schwetzingen.


    Nach Meisterkursen 2016 in Manchester und 2017 in Dresden, die ihn jeweils sehr inspirierten, berührten und seiner künstlerischen Entwicklung bereits sehr förderlich waren, hat er sich nun für ein zweijähriges Masterstudium an einer Institution höchstmöglichen Standards, der Royal Academy of Music in London, Großbritannien, entschieden. Im Detail erwartet er sich von der Arbeit mit erfahrenen Weltklassepädagogen weitere wertvolle interpretatorische wie technische Ratschläge, mehr Auftrittsmöglichkeiten, den Austausch mit anderen Studenten auf einem ähnlich hohen Ausbildungsstand und gegenseitige Inspiration. 

  • 8 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis bisher Ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst?


    "Im Sommer 2021 hatte ich mein dreijähriges Studium bei Professor Ian Fountain an der Royal Academy of Music in London abgeschlossen, was für mich eine ungemein wertvolle und inspirierende Zeit war, die mich gleichermaßen als Menschen und Musiker geprägt und vorangebracht hat. Seitdem habe ich in der Soloklasse der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Professor Roland Krüger studiert - im Juli 2025 habe ich nun mein Konzertexamen erfolgreich abgelegt und somit mein Studium beendet. Mein Lehrauftrag für Klavier hält mich allerdings noch weiter in Hannover.


    Das zurückliegende Jahr 2025 gestaltete sich rückblickend für mich als überaus erfolgreich, denn ich wurde gleich bei beiden großen internationalen Beethoven Wettbewerben ausgezeichnet - im Mai in Wien mit dem 2. Preis und im Dezember in Bonn mit dem 3. Preis sowie dem Sonderpreis für das Werk des 21. Jahrhunderts.


    Besonders in Erinnerung bleiben mir in diesem Zusammenhang meine Auftritte als Solist mit den Wiener Symphonikern im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, mit dem Beethoven Orchester Bonn sowie mein Rezital im Kammermusiksaal des Beethovenhauses in Bonn.


    Zuvor erhielt ich im März beim Deutschen Musikwettbewerb in Leipzig ebenfalls einen Sonderpreis und wurde in die Konzertförderung des Deutschen Musikrats aufgenommen, wodurch ich ab der Saison 26/27 eine Vielzahl an Konzerten über die Republik verteilt bestreiten darf, vor allem auch in der Besetzung des neu gegründeten Klavierduos „Pianoforte“.


    In dem Kontext möchte ich an dieser Stelle noch einmal zum Ausdruck bringen, wie dankbar ich für alles bin, was mir die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ermöglicht hat. Im Leben spielen immer auch Zufälle eine Rolle. Glücklicherweise kann ich sagen, dass gerade durch mein Studium in London mit allen umgebenden Faktoren, Begegnungen und anschließenden Entwicklungen mein Leben in die entsprechenden Bahnen gelenkt wurde und ich das Gefühl habe, genau das Richtige zu tun.“


    www.jonasstark.de

  • Dr. Judith Becker | Preisträgerin 2019 - Naturwissenschaften | † 27.04.21

    Stand: 06/2019


    Dr. Judith Becker, geb. 1981 in Saarbrücken, forscht aktuell als akademische Rätin am Institut für Systembiotechnologie der Universität des Saarlandes. Sie studierte nach einem Einser-Abitur Human- und Molekularbiologie an der UdS und entdeckte dabei ihre Leidenschaft für die biotechnologische Forschung. So widmete sie sich im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Technischen Universität Braunschweig der Erforschung von Bakterien für den Einsatz in der Industrie. Nach einer herausragenden Promotion mit diversen Publikationen und Patenten kehrte Frau Dr. Becker wieder in die Heimat zurück, um hier ihre vielversprechenden Forschungsarbeiten fortzuführen. 


    Frau Dr. Becker überzeugte das Kuratorium mit einem anspruchsvollen Projektantrag und ihrer bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichneten akademischen Karriere. In ihrem interdisziplinären Forschungsvorhaben „Maßgeschneiderte Zellfabriken“ möchte sie Bakterien zu synthetischen Mini-Fabriken für die Herstellung seltener Wirkstoffe weiterentwickeln, mit denen zum Beispiel Infektionen oder Tumorerkrankungen bekämpft werden können. Für das Design der Zellfabriken sollen molekulare Arbeiten mit Computersimulationen verknüpft werden. 


    Mit dem ihr verliehenen Förderpreis will Frau Dr. Becker Forschungsarbeiten finanzieren, um einzelne Stoffwechselwege in den Zellfabriken zukünftig noch gezielter für eine gewünschte Produktion kontrollieren zu können. Zudem wird sie den Förderpreis für einen Aufenthalt in den USA nutzen, um dort 2020 ihre Ergebnisse bei der führenden Metabolic Engineering Conference vorzustellen und Kontakte für weiterführende Kooperationen zu knüpfen. 



  • Danach ...

    Herr Prof. Dr. Christoph Wittmann, zu dessen Team Dr. Judith Becker gehörte, hat zur Preisverleihung 2023 geschrieben:


    „Mit einem strahlenden Lächeln und voller Freude und Tatendrang hat Judith 2019 den Förderpreis durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung entgegengenommen. Sie war zu Recht stolz und dankbar, zu den ausgewählten jungen Talenten zu gehören und Teil eines großartigen Netzwerkes im Saarland zu werden. Leider ist Judith mit ihren großartigen Fähigkeiten danach nur wenige Monate Zeit in der Forschung geblieben. Sie konnte die preisgekrönten Arbeiten im Bereich ‚Zelluläre Mini-Fabriken für Wirkstoffe' selbst nicht mehr beginnen. Auch vier Jahre nach der Auszeichnung wirkt ihre Forschung aber noch nach. So hat Judith mit ihrer Kreativität zuletzt noch am Design neuer Stoffwechselwege zur Synthese wichtiger ‚Gesundheitsmoleküle' mitgewirkt und uns diese für weitere Arbeiten ans Herz gelegt. Ectoine sind kommerziell bedeutende, zelluläre Schutzsubstanzen, die aufgrund ihrer einzigartigen Wirkung unter anderem in Nasensprays oder Augentropfen zum Einsatz kommen. In unseren Laboren von Lukas Jungmann und Sarah Hoffmann produzieren maßgeschneiderte Bakterien diese Stoffe mittlerweile in so großen Mengen, das wir die Entwicklungen zur Translation in die Industrie zum Patent anmelden konnten, ein Beitrag für die Gesellschaft, so wie Judith es sich für ihre Forschung vorgestellt hat. Pipekolinsäure ist ein seltener Aminosäure-Baustein für komplexe Wirkstoffe. Auf Basis eines genetischen Bauplans, den Judith mit ihrem feinen Gespür für den Stoffwechsel entworfen hatte, konnte Sarah Pauli im Rahmen ihrer Promotion schrittweise eine neuartige Zellfabrik für das teure Molekül erzeugen und im Bioreaktor einen Weltrekord für seine Synthese aufstellen. Auch dieses Verfahren ist zum Patent angemeldet. Neue Forschungen zeigen, dass Pipekolinsäure ein wichtiges Schutzmolekül von Agrarpflanzen ist. Hier ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten nach dem Motto „Stärkung der Abwehrkräfte“. 


    Die Erforschung der Gesundheitsmoleküle führen wir - in Judiths Sinne - auch zukünftig weiter. Unsere Freundin und Kollegin tragen wir dabei jeden Tag im Herzen und sind stolz und dankbar, dass wir sie über 15 Jahre bei uns haben durften. Judith ist auch heute ein Teil unserer Forschung. Durch die Schaffung wichtiger Grundlagen, ihre innovativen Gedanken und perspektivischen Design-Ansätze ist sie auch 2023 eine vollwertige Mitautorin einer Reihe unserer Forschungspublikationen. Judith wird auch als Mensch immer ein Teil unseres Teams bleiben. Auf dem Campus der Universität haben wir für Sie eine große, schneeweiße Himalaya-Birke gepflanzt – die im Frühling von tausenden blühender Krokusse umgeben ist. Der Stiftung danken wir in Judiths Namen herzlich für die fortgeführte Unterstützung und schließen mit den Worten, die sie zum Schluss auch ihren Freunden und ihrer Familie gesagt hat: Bleibt immer positiv!“

  • Dr. Ina Meiser | Preisträgerin 2019 - Naturwissenschaften

    Stand: 06/2019


    Dr. Ina Meiser, geb. 1982 in Lebach, promovierte 2014 an der Universität des Saarlandes über komplexe Zellsysteme im Kontext neuer Therapien und leitet seit 2016 die Arbeitsgruppe Kryobiotechnologie am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in Sulzbach/Saar. Sie möchte mit ihrem Vorhaben „Anwendungsorientierte Kryokonservierung zur regenerativen Behandlung von altersbedingter Makuladegeneration (AMD)“ die verlustfreie Langzeitlagerung zellbasierter Transplantate realisieren und so eine Brücke zwischen künstlicher Gewebezüchtung (Tissue Engineering) im Labor und der Transplantation dieser Gewebe im OP schlagen.


    AMD ist eine der häufigsten Augenkrankheiten weltweit und die führende Ursache der Erblindung. Bislang kann AMD nur durch lebenslange Medikation verlangsamt, nicht aber geheilt werden.


    In einem innovativen therapeutischen Ansatz, der sich bereits in klinischen Studien befindet, werden aus humanen induziert pluripotenten Stammzellen im Labor durch zeitintensive Differenzierungsprozesse funktionale Netzhaut-Zellen gezüchtet, die zur Regeneration der Sehkraft von AMD-Patienten verwendet werden sollen. Frau Dr. Meiser möchte mit ihrem Vorhaben die zeitlich uneingeschränkte Vorratshaltung dieser Zellen in einer applikationsgerechten Form realisieren, so dass eine breite Anwendung dieser vielversprechenden kurativen Therapie zur Routine werden kann und so in greifbare Nähe rückt.


    Mit dem ihr verliehenen Förderpreis möchte Frau Dr. Meiser einen Forschungsaufenthalt an einem Partnerinstitut in Frankreich finanzieren, um die anwendungsorientierte Kryokonservierung voranzutreiben und ihr Netzwerk für künftige Kooperationen auszubauen. Ebenso möchte sie die in der Zusammenarbeit entstandenen Ergebnisse auf Fachkonferenzen und in Fachzeitschriften veröffentlichen und diskutieren.


  • 7 Jahre danach ...

    Stand: März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Der Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ermöglichte mir 2020 einen Forschungsaufenthalt am Institut »I-Stem« in Frankreich, einer führenden Einrichtung für zellbasierte Therapien. Dort konnte ich an der anwendungsorientierten Kryokonservierung stammzellbasierter Retina-Transplantate im Kontext von Augenerkrankungen arbeiten. 


    Die Bevorratung und Lagerung solch komplexer Zellsysteme in tiefkalten Temperaturbereichen durch Kryokonservierung sind eine Schlüsseltechnologie für innovative Zelltherapeutika und zellbasierte, diagnostische Screeningverfahren.


    Neben den wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat dieser Aufenthalt mein berufliches Netzwerk nachhaltig geprägt und zu spannenden Kollaborationen geführt. Der Austausch mit Experten, der Zugang zu Fachkonferenzen und die daraus entstandenen Projektideen haben meinen Werdegang maßgeblich beeinflusst.


    Seit Oktober 2024 bin ich im Bereich Geschäftsentwicklung und Projektmanagement eines Pharmaunternehmens tätig, das seinen Schwerpunkt auf ophthalmologische Produkte setzt. Auch hier spielt – wie bereits in meiner Forschung – das Molekül Wasser eine maßgebliche Rolle, so dass ich nahezu von einem fließenden Übergang meiner beruflichen Stationen sprechen kann!


    Der Förderpreis war für meine wissenschaftliche und berufliche Entwicklung eine entscheidende Wegmarke, für die ich sehr dankbar bin.“

  • Lisa Saterdag | Preisträgerin 2019 - Musik

    Stand: 06/2019


    Lisa Saterdag, geb. 1997 in Saarlouis, studierte an der Hochschule für Musik Saar Klavier bei Prof. Kristin Merscher und derzeit Violine bei Prof. Joshua Epstein.


    Sie konzertiert an beiden Instrumenten als Solistin, Kammermusikerin und in diversen Orchestern, u. a. bereits in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin, im Schloss Schwetzingen, im Rahmen der Musikfestspiele Saar, dem Festival der Kammermusik in Stara Zagora (Bulgarien) und dem Festival International Théodore Gouvy (Frankreich). 


    Die Unterstützung der Stiftung ermöglicht ihr die Anschaffung eines Meisterbogens, welcher sie beim Erlernen weiterer Bogentechniken fördern und ihr Spiel an Klangfarben bereichern wird. Parallel zu ihrem Studium wird sie an Meisterkursen im In- und Ausland teilnehmen, um weitere musikalische Impulse und Inspirationen zu erhalten, sowie verschiedene Kulturen kennenzulernen und mit anderen Musikern zu arbeiten.



  • 7 Jahre danach ...

    Stand: März 2026


    Wie hat der Förderpreis bisher Ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst?


    „Das vergangene Jahr war sehr intensiv und ereignisreich. Nach meinem Bachelor- und Masterstudium stand nämlich nun der Abschluss des höchsten Studienabschlusses (Konzertexamen/Solistendiplom) an. Und so bereitete ich mich auf drei umfangreiche Prüfungen vor, die innerhalb von knapp 2 Monaten stattfanden. Bei einem hochschulinternen Wettbewerb wurde ich zudem ausgewählt, im Rahmen meiner Abschlussprüfungen als Solistin mit dem Saarländischen Staatsorchester zu konzertieren. Und so spielte ich dann im Juli 2025 Béla Bartóks 2. Violinkonzert in meinem letzten Prüfungskonzert gemeinsam mit dem 1. Kapellmeister Stefan Neubert und dem Staatsorchester und bestand insgesamt mein Konzertexamen-Studium „mit Auszeichnung“. 


    Die Musiker*innen des Orchesters sind aktuell meine Kollegen, da ich im Juni 2025 - parallel zu den Prüfungsvorbereitungen- bei einem Probespiel (Bewerbungsverfahren) für einen Arbeitsvertrag für die Spielzeit 2025/26 ausgewählt wurde. Seit August 2025 sammele ich nun in der Gruppe der 1. Violinen spannende neue Erfahrungen bei Opern, Operetten, Balletten und Konzerten. 


    Parallel zu den Prüfungen und Bewerbungsverfahren bei Orchestern spielte ich im vergangenen Jahr einige Konzerte, die mich mit viel Freude, Inspiration und Energie erfüllten. Dazu zählten z.B. Konzerte als Konzertmeisterin des Kammerorchesters der Großregion in Deutschland und Frankreich und ein Streichquintett-Konzert mit Musikerfreunden und Krzysztof Chorzelski (dem Bratschisten des Weltklasse BelceaQuartetts) mit Übertragung und Aufzeichnung des Saarländischen Rundfunks. Als künstlerische Leiterin organisierte ich zudem ein weiteres Konzert der Reihe „Junge Künstler - festliche Klänge“ und freue mich jedesmal erneut, dort der nächsten Generation von jungen Nachwuchsmusiker*innen eine Bühne bieten zu können. 


    Für die mentale und physische Gesundheit bilde ich mich neugierig weiter und lerne mehr über Yoga, mentales Training/Coaching und Anatomie. Ich freue mich sehr auf alles was in diesem neuen Kapitel noch kommt und auf eine spannende und sich gegenseitig inspirierende Mischung aus Orchesterspiel, Kammermusik, solistischen Projekten, Unterrichten und Weiterbildung in oben erwähnten anderen Bereichen."

  • Dr. Charlotte Dahlem | Preisträgerin 2020 - Naturwissenschaften

    Stand: 09/2020


    Dipl.-Pharm. Charlotte Dahlem, geb. 1991 in St. Ingbert, studierte Pharmazie an der Universität des Saarlandes und engagierte sich an unterschiedlichen Stellen ehrenamtlich in der Hochschulpolitik. Nach einem Forschungsaufenthalt am University College Dublin begann sie ihre Doktorarbeit in der Pharmazeutischen Biologie an der Universität des Saarlandes. In dieser Arbeit widmete sie sich der Charakterisierung der Wirkung neuer Naturstoffe auf Tumorzellen und den Tumor umgebende Immunzellen. 


    Einer der untersuchten Naturstoffe stach dabei durch seine potente Anti-Tumor-Wirkung hervor und bewirkte zusätzlich eine gegen den Tumor gerichtete Aktivierung von Immunzellen, welche zahlreich in der direkten Tumorumgebung vertreten sind. Diese vielfältigen Wirkungen gingen jeweils mit einer Veränderung des Stoffwechsels der unterschiedlichen Zelltypen einher. 


    Innerhalb ihres beantragten Projekts möchte Frau Dahlem, aufbauend auf ihrer Doktorarbeit, die Interaktionen zwischen dem Stoffwechsel von Tumor- und Immunzellen sowie dessen Beeinflussung als innovative therapeutische Strategie gegen Krebs näher untersuchen. Den Förderpreis wird sie für zwei Forschungsaufenthalte, u. a. am Karolinska-Institut in Stockholm, nutzen. Dadurch will sie ihr methodisches Repertoire - insbesondere im Bereich der Tumor-Modellierung und Target-Identifizierung - erweitern, ihr Netzwerk ausbauen und Kontakte für anschließende Kooperationen knüpfen. 



  • 6 Jahre danach ...

    Stand: März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Im März 2022 führte mich mein wissenschaftlicher Weg von Saarbrücken an das Department of Immunology des University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston. Dort untersuchte ich im Rahmen meines Postdocs, wie sich die Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren in Tumoren steigern lässt, die bislang nicht auf diese Therapie ansprechen. 


    Im Mittelpunkt stand die Frage, ob gezielte Eingriffe in den oxidativen Stoffwechsel von Tumor- und Immunzellen deren Interaktion und Aktivität innerhalb der Tumormikroumgebung positiv beeinflussen können. Ziel war es, die Immunantwort dort zu stärken, wo Tumoren immunologische „Barrieren“ errichten, um sich der Therapie zu entziehen. 


    Die Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ermöglichte es mir, mich vollständig auf meine Forschung an einem der weltweit führenden Zentren für Immuntherapie zu konzentrieren. Neben der wissenschaftlichen Arbeit konnte ich internationale Kooperationen aufbauen und mein Profil im Bereich der Immuno-Onkologie weiter schärfen. Nach dieser prägenden Zeit habe ich meinen Lebensmittelpunkt nach Zürich verlegt. Dort war ich mehrere Jahre in einem innovativen Biotech-Unternehmen tätig, das neuartige Wirkstoffansätze in der Onkologie entwickelt. In dieser Rolle arbeitete ich an der präklinischen Entwicklung und translationalen Bewertung neuer therapeutischer Strategien – mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst effizient in klinisch relevante Anwendungen zu überführen. 


    Da mit der Zeit der Wunsch wuchs, näher am eigentlichen Patienten zu arbeiten und medizinische Innovation unmittelbarer wirksam werden zu lassen, stand für mich Ende 2025 der Wechsel in die größte Apotheke der Schweiz an. Heute verbinde ich meinen wissenschaftlich geprägten Werdegang mit patientennaher Versorgung und arbeite als Teil der Galenica Gruppe an der Weiterentwicklung evidenzbasierter Präventions- und Therapieangebote. Dabei geht es nicht nur um die klassische Arzneimittelabgabe, sondern um ein modernes Verständnis von Apotheke als Erstanlaufstelle und interdisziplinäre Gesundheitsplattform. 


    Aus einer Systemperspektive heraus begreife ich Gesundheit als Zusammenspiel von Prävention, früher Intervention, Therapie, Lebensstil und interprofessioneller Zusammenarbeit. Im niederschwelligen Setting der öffentlichen Apotheke entstehen so nachhaltige Gesundheitsstrukturen, die früh ansetzen, Patientinnen und Patienten stärken und das Versorgungssystem sinnvoll entlasten.“ 

  • Irida Trio (ehemals Odeon Trio): Alexander Baier (Klavier) | Johanna Hempen (Violine) | Oliver Léonard (Cello) | Preisträger 2020 - Musik

    Stand: 09/2020


    Alexander Baier (Klavier), geb. 1996 in Heidelberg, studiert Master of Music bei Prof. Thomas Duis und Prof. Tatevik Mokatsian an der Hochschule für Musik Saar (HfM Saar). Neben Stipendien und Wettbewerbserfolgen konzertierte er solistisch und kammermusikalisch bereits in Deutschland, Polen und Italien, gab sein Debut beim Heidelberger Frühling und spielte Aufnahmen beim Saarländischen Rundfunk und bei der Deutschen Grammophon ein.


    Oliver Léonard (Cello), geb. 1994 in Bad Homburg, studiert Konzertexamen bei Prof. Gustav Rivinius und Master of Music bei Prof. Tatevik Mokatsian an der HfM Saar. Er konzertiert als Solocellist der Deutschen Streicherphilharmonie, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie der Hamburger Camerata in den bedeutenden Sälen Deutschlands und des europäischen Auslands. Als Mitglied des Frielinghaus-Ensembles debütierte er bereits in verschiedenen Kammermusikbesetzungen, u. a. in der Elbphilharmonie und dem Sendesaal Bremen.


    Johanna Hempen (Violine), geb. 1996 in Lübeck, studiert bei Prof. Hans-Peter Hofmann an der HfM Saar. Orchestererfahrung sammelte sie u. a. bei den Lübecker Philharmonikern, dem European Union Chamber Orchestra und als Konzertmeisterin bei der Jungen Deutschen Philharmonie. Seit 2019 ist sie im Vorstand der Jungen Deutschen Philharmonie. Sie war Stipendiatin der Oscar und Vera Ritter-Stiftung und des Bruno Elisabeth Meindl Stipendiums.


    Das „Odeon Trio“ gründeten diese drei befreundeten Musiker im Herbst 2018. Ihre gemeinsame Freude an der Kammermusik konnten sie schnell bei mehreren Auftritten in Deutschland und Italien an die Öffentlichkeit bringen. Im Sommer 2019 mündete ihre erfolgreiche Zusammenarbeit in den Gewinn des 1. Preises des 20. Walter-Gieseking-Wettbewerbs. 2020 spielten sie eine Aufnahme beim Saarländischen Rundfunk ein. Musikalische Einflüsse erhielt das Odeon Trio von namhaften Professoren und Kammermusikern wie Tatevik Mokatsian, dem vision string quartet und dem Trio Adorno. Motiviert durch diese Erfolge und unterstützt durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung strebt das Trio weitere Audio- und Videoproduktionen, internationale Meisterkurse bei einflussreichen Größen der Kammermusik und die Teilnahme an renommierten Wettbewerben an.

  • 5 Jahre danach ...

    Stand: März 2026


    Wie hat der Förderpreis bisher Ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst?


    „Der Gewinn des Förderpreis 2020 der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung hat viel für uns in Bewegung gesetzt. Trotz der schwierigen Pandemie Jahre gelang es uns, das Irida Trio immer mehr zu professionalisieren und unsere Karriere Schritt für Schritt voran zu bringen. Unsere künstlerische Weiterbildung bestand aus etlichen Meisterkursen (u. A. Prof. Eberhard Feltz), dem Halbfinale des Deutschen Musikwettbewerbs 2021 und 2023, dem Parkhouse Award 2023 in London sowie zahlreichen Auftritten im In- und Ausland. 


    Im Jahr 2022 konnten wir dank der großzügigen Förderung unseren Traum verwirklichen und unsere Debut CD Phoenix (erschienen bei KKE Records) beim Release Konzert in der Elbphilharmonie veröffent-lichen. Eine CD Produktion ist ein hoher finanzieller Aufwand, beginnend bei der Aufnahme Session (im renommierten Sendesaal Bremen) über Fotoshooting und Cover/Booklet Gestaltung bis hin zum Vertrieb. Phoenix ist überall erhältlich und digital weltweit streambar. 


    2022 wurden wir außerdem in die Klasse des renommierten Artemis Quartetts an der Universität der Künste in Berlin aufgenommen, genossen eine sehr inspirierende und anspruchsvolle Ausbildung und schlossen den Master 2025 mit Bestnote ab. 2024 erhielten wir in Verbindung mit einem renommierten Meisterkurs das Stipendium der „Jeunesses musicales Deutschland“.


    Neben der Digitalisierung unserer Proben- und Organisationsarbeit durch elektronische Notentablets hatten wir unseren Online Auftritt mit Website und Social Media vervollständigt. Die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung gab uns die sehr großzügige Unterstützung, die uns maßgeblich zu dem Kammermusikensemble machte, welches wir waren.


    Nach sieben Jahren der intensiven Zusammenarbeit lösten wir das Irida Trio 2025 einvernehmlich auf und widmen uns nun alle drei neuen künstlerischen und pädagogischen Projekten, weiterhin sehr freundschaftlich verbunden.“


    Alexander Baier (Klavier): Geb. 1996 in Heidelberg, schloss vier Studiengänge an der Hochschule für Musik Saar (HfM Saar) ab und ist nun Assistent von Prof. Tatevik Mokatsian. Neben Stipendien und Wettbewerbserfolgen konzertierte er solistisch und kammermusikalisch bereits in Deutschland, Polen, Italien und Griechenland, gab sein Debut beim Heidelberger Frühling und spielte Aufnahmen beim Saarländischen Rundfunk und bei der Deutschen Grammophon ein. 

    www.alexanderbaier.com


    Oliver Léonard (Cello): Geb. 1994 in Bad Homburg, schloss 2023 sein Konzertexamen bei Prof. Gustav Rivinius an der HfM Saar ab. Er konzertierte als Solocellist der Deutschen Streicherphilharmonie, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie der Hamburger Camerata in den bedeutenden Sälen Deutschlands und des europäischen Auslands. Als Mitglied des FrielinghausEnsembles debütierte er bereits in verschiedenen Kammermusikbesetzungen u. a. in der Elbphilharmonie und dem Sendesaal Bremen. Seit 2021 spielt er als stellvertretender Solocellist am Staatstheater Kassel. 


    Johanna Hempen (Violine): Geb. 1996 in Lübeck, studierte bei Prof. Hans-Peter Hofmann an der HfM Saar und setzt derzeit Ihr Masterstudium an der Hochschule für Künste Bremen fort. Orchestererfahrung sammelte sie u. a. bei den Lübecker Philharmonikern, dem European Union Chamber Orchestra und als Konzertmeisterin bei der Jungen Deutschen Philharmonie. Seit Sept. 2021 festes Mitglied, gewann sie dann 2022 das Probespiel zur stellvertretenden Konzertmeisterin im Folkwang Kammerorchester Essen. Gefördert wurde sie durch diverse Stipendien, u. a. Oscar und Vera Ritter-Stiftung, Ad Infinitum Foundation, Bruno Elisabeth Meindl Stipendiums, Richard-Wagner-Stipendium des Saarlandes. 

    www.instagram.com/johannalisah

  • Dr. Chantal D. Bader | Preisträgerin 2021 - Naturwissenschaften

    Stand: 06/2021


    Dr. Chantal D. Bader, geb. 1990 in Freiburg, studierte Pharmazie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und schloss ihr Studium 2016 mit der Approbation zur Apothekerin ab. Nach der Diplomarbeit am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland fertigte sie hier ebenso ihre Doktorarbeit an, für welche sie mit der Bestnote summa cum laude ausgezeichnet wurde. In dieser Arbeit widmete sie sich der Entdeckung neuer Naturstoffe aus Bodenbakterien mit dem Ziel neue Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten zu erschließen und konnte bereits drei verschiedene strukturell neuartige Naturstoffe aus nur einem Bakterienstamm identifizieren und charakterisieren. 


    Ihre hierbei gesammelte Expertise möchte Frau Dr. Bader nun als Grundlage zur Erforschung weiterer, noch unentdeckter Naturstoffe nutzen. Dabei sollen sogenannte Myxobakterien, welche im Rahmen der laufenden Bürgerwissenschaftskampagne „Sample‘ das Saarland“ aus Bodenproben isoliert wurden (www.hips.saarland/sample), untersucht werden. Diese Bakterien besitzen die Fähigkeit eine große Vielfalt an bislang unbekannten chemischen Verbindungen zu produzieren, welche mittels umweltschonender Verfahren unter Vermeidung des Einsatzes großer Mengen von chemischen Lösungsmitteln erschlossen werden sollen. 


    Die Entwicklung neuer Wirkstoffe aus saarländischen Myxobakterien zur Behandlung von Wurmerkrankungen verspricht einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung von vernachlässigten tropischen Infektionskrankheiten zu liefern, weshalb Frau Dr. Bader mit dem ihr verliehenen Förderpreis das Potential dieser Naturstoffe im Rahmen eines wissenschaftlichen Auslandsaufenthaltes zusätzlich gegen parasitäre Erreger evaluieren möchte.

  • 5 Jahre danach ...

    Stand: März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Die Förderung hat mir die Möglichkeit eröffnet, meine Forschungsideen im  intern. Umfeld weiterzuentwickeln und neue wissenschaftl. Perspektiven zu gewinnen. 


    Von 2022 bis 2024 war ich als Postdoc am The Herbert Wertheim UF Scripps Institute for Biomedical Innovation & Technology in Florida tätig. Seit meiner Rückkehr ins Saarland im Juni 2024 arbeite ich nun mit Unterstützung des Young AcademiXX-Programms des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland am Aufbau meiner eigene Forschungsgruppe im Bereich der bakteriellen Naturstoffforschung. 


    Die im Ausland gewonnenen Erfahrungen, internationalen Kooperationen und neuen wissenschaftlichen Impulse bilden hierfür eine entscheidende Grundlage. Im Mittelpunkt meiner Postdoc-Arbeit stand und steht die Entdeckung neuartiger bakterieller Naturstoffe mit therapeutischem Potenzial. Besonders bewegt hat mich dabei ein Projekt zur Identifizierung von Verbindungen mit Aktivität gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. 


    Die intensive Beschäftigung mit einer vernachlässigten Tropenkrankheit und dem hohen medizinischen Bedarf in diesem Bereich hat meine wissenschaftliche Ausrichtung nachhaltig beeinflusst. Dieses Projekt markiert für mich einen wichtigen Schritt hin zu einer klaren Fokussierung auf antiparasitäre Wirkstoffe und vernachlässigte Infektionskrankheiten – ein Schwerpunkt, der auch meine eigene Forschungsgruppe prägen soll. Letzte wichtige Ergebnisse in diesem Projekt konnten im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen werden und die entsprechende Arbeit steht derzeit kurz vor der Veröffentlichung.


    Ein weiteres Projekt aus meiner Postdoc-Zeit wurde inzwischen in der Fachzeitschrift JACS Au veröffentlicht und hat die internationale Sichtbarkeit meiner Forschung weiter gestärkt. Bereits zuvor erschien meine Arbeit zu einer neuartigen Bakterienfamilie „Pendulisporaceae“ in der renommierten Fachzeitschrift Chem. Diese Arbeit wurde vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als „Paper of 

    the Month“ ausgezeichnet – eine besondere Anerkennung der wissenschaftlichen Relevanz unserer 

    Ergebnisse. 


    Die Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung hat mich nicht nur bei einem entscheidenden Karriereschritt unterstützt, sondern mir auch einen wichtigen Impuls für die Ausrichtung meines wissenschaftlichen Profil gegeben. Dafür bin ich der Stiftung sehr dankbar“

  • Dr. Caroline Diener | Preisträgerin 2021 - Medizin

    Stand: 06/2021


    Caroline Diener, geb. 1991 in Neunkirchen/Saar, studierte in den Fächern Biologie (B. Sc.) und Human- und Molekularbiologie (M. Sc.) an der Universität des Saarlandes. Seit 2017 forscht sie als Doktorandin am Institut für Humangenetik (Med. Fakultät, Universität des Saarlandes) auf dem Themengebiet der Gen-Regulation durch microRNAs (miRNAs).


    MiRNAs bilden ein hochaktuelles Forschungsgebiet in der Biomedizin. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung zellulärer Funktionen und sind in die Entstehung zahlreicher Erkrankungen involviert. Frau Diener untersucht am Institut für Humangenetik welchen Anteil bestimmte miRNAs an der Regulation von Genen - insbesondere in menschlichen Immunzellen (T-Zellen) – haben, wie diese als Biomarker zur Diagnose von Erkrankungen genutzt werden können und welche Einsatzmöglichkeiten für den therapeutischen Bereich bestehen.


    Aufbauend auf den Daten ihrer Doktorarbeit möchte Frau Diener den Förderpreis nutzen, um die Rolle von miRNAs im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit zu erforschen. Für die Entwicklung dieser schwerwiegenden neurodegenerativen Erkrankung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Dabei gibt es zunehmend Hinweise, dass eine veränderte T-Zell-Funktion für die Krankheitsentstehung von zentraler Bedeutung ist. In der geplanten Studie soll die Funktion von miRNAs als Schaltstellen einer veränderten T-Zell-Funktion bei Parkinson analysiert werden. Da die Krankheit bisher erst im fortgeschrittenen Stadium nachgewiesen werden kann, besteht ein weiteres Ziel darin, neue Biomarker für die Parkinson-Diagnostik zu identifizieren.

  • 5 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Die wertvolle Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung hat es mir ermöglicht meine Forschung zum menschlichen Immunsystem entscheidend voranzubringen. So konnte ich in den vergangenen Jahren umfassende Hinweise dafür erarbeiten, dass fehlerhaft regulierte Ribonukleinsäuren (microRNAs und messenger RNAs) in Verbindung mit einer veränderten Immunzellfunktion zur Entwicklung der Parkinson-Krankheit beitragen. Dabei zeigte sich im Zusammenhang mit der Erkrankung eine deutliche Tendenz zu autoimmunen Prozessen. Diese Informationen könnten künftig einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden leisten. 


    Seit 03/24 setze ich meine Forschungsarbeit in der Abteilung für Transplantations- und Infektionsimmunologie (Med. Fakultät) in Homburg fort. In diesem Kontext konnte ich mein Repertoire an wissenschaftlichen Untersuchungstechniken weiter ausbauen und war maßgeblich an einer Studie zum immunstimulierenden Effekt von aktuellen COVID‑19-Impfstoffen beteiligt, deren Ergebnisse derzeit zur Veröffentlichung eingereicht sind. Aktuell bin ich im Rahmen eines Verbundprojektes tätig, an dem renommierte Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland mitwirken. Ziel des Projekts ist es, die Dynamik von schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie COVID‑19 und Influenza genauer zu analysieren und die zugehörigen immunbiologischen Muster mithilfe von künstlicher Intelligenz auszuwerten („Swarm Learning“-Technologie). Auf Grundlage dessen soll untersucht werden, wie der Organismus bei unterschiedlichen Krankheitsverläufen mit der Infektion umgeht. Gleichzeitig wird eine gemeinsame Forschungsstruktur aufgebaut, um künftig schneller und koordinierter auf mögliche Pandemien reagieren zu können (Link mit näheren Infos: https://www.dzne.de/aktuelles/pressemitteilungen/ presse/mit-schwarm-ki-gegen-covid-und-andere-erkrankungen/). 


    Neben der Investition in meine Forschung, konnte ich den großzügigen Förderpreis auch für meine persönliche Weiterentwicklung nutzen und habe durch die Teilnahme an Fortbildungskursen wichtige Qualifikationen zu den Themengebieten Qualitäts- und Prozessmanagement im Labor erlangt. 


    Ich bin sehr dankbar für die vielfältigen Möglichkeiten, die sich für mich durch die Auszeichnung im Juni 2021 eröffnet haben. Die großartigen Erfahrungen, die ich auf diesem Wege sammeln durfte und der fortwährende Austausch mit den neuen Preisträgern, den Alumni und Unterstützern der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung bestärken mich immer wieder aufs Neue, meine wissenschaftliche Arbeit mit frischem Elan voranzutreiben.“

  • Fabia Weiland + Dr. Michael Kohlstedt | Preisträger 2022 - Naturwissenschaften

    Stand: 07/2022


    Fabia Weiland, geb. 1997 in Saarlouis, studierte Human- und Molekularbiologie (B.Sc.) und schloss ihr Studium Biotechnologie (M.Sc.) an der Universität des Saarlandes mit Bestnote ab. Seit 2021 forscht sie als Stipendiatin der HaVo-Stiftung als Doktorandin am Institut für Systembiotechnologie (Universität des Saarlandes) an der molekularen Optimierung von Bakterien zur Nutzung von Lignin, einem industriellen Abfallprodukt. 


    In ihrer Doktorarbeit befasst sich Frau Weiland mit dem Design von Bakterien zu umweltfreundlichen Zellfabriken, deren Metabolismus unter dem Einsatz moderner Methoden der synthetischen Biologie auf eine effiziente Verwertung von Lignin-basierten Aromaten zugeschnitten wird. Neben einer verbesserten, breit aufgestellten Substratnutzung, und erhöhten Robustheit, liegt ihr Fokus auf der Etablierung neuer synthetischer Routen zu ausgewählten Zielprodukten. 


    Dr. Michael Kohlstedt, geb. 1984 im thüringischen Eichsfeld, studierte Bioingenieurwesen an den Technischen Universitäten Braunschweig und Compiègne und schloss sein Studium 2009 mit einem deutsch-französischen Doppeldiplom ab. Im Anschluss schrieb er am Institut für Bioverfahrenstechnik (TU Braunschweig) und später am Institut für Systembiotechnologie (Universität des Saarlandes) seine 2014 mit summa cum laude bewertete Doktorarbeit (Dr.-Ing.) zur systembiologischen Beschreibung diverser Stressfaktoren in Mikroorganismen.


    In den vergangenen Jahren widmete sich Herr Kohlstedt der Erforschung von Lignin und dessen Nutzung als vielversprechendem Ausgangsstoff in einer zukünftig auf nachwachsenden Rohstoffen basierenden Kreislaufwirtschaft. So konnte in seinen Arbeiten erstmalig die Wertschöpfungskette ausgehend von Lignin hin zu biobasiertem Nylon gezeigt werden. Seine Spezialität sind hierbei systembiologische Verfahren, die es ihm ermöglichen, experimentell und computergestützt in das Innenleben von Mikroorganismen zu schauen, sowie die Entwicklung von geeigneten Bioprozessen für die spätere Produktion. 


    Den ihnen verliehenen Förderpreis wollen Frau Weiland und Herr Dr. Kohlstedt nutzen, um durch die Kombination von synthetischer Biologie, Systembiotechnologie und Bioverfahrenstechnik, einen Beitrag zur Produktion von nachhaltigen Wertprodukten aus Lignin zu leisten. Das Herzstück ihrer gemeinsamen Arbeit ist die Entwicklung von maßgeschneiderten Bakterien zur effizienten Lignin-Verwertung und deren Einsatz im Fermenter.



  • 4 Jahre danach ...

    Stand April 2025


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    "Der Förderpreis hat unsere wissenschaftliche Arbeit nachhaltig gestärkt. Er hat uns die nötige Sichtbarkeit und finanzielle Flexibilität gegeben, um unsere Forschung an nachhaltigen Bioproduktionsprozessen konsequent voranzutreiben und neue Kooperationen aufzubauen.


    Auch im Jahr 2026 arbeiten wir intensiv daran, Mikroorganismen zu effizienten Zellfabriken weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Bakterienstämme so zu optimieren, dass sie unterschiedlichste Abfallströme – etwa Biomasse, Holzreste, Papier- und Kartonageabfälle, alte Textilien oder Plastikmüll – verwerten können. Aus diesen Reststoffen erzeugen sie neue Wertprodukte für die chemische und pharmazeutische Industrie – vollständig ohne fossile Ressourcen. Damit leisten wir einen Beitrag zur biobasierten Kreislaufwirtschaft.


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?

    Der Förderpreis hat unsere wissenschaftliche Arbeit nachhaltig gestärkt. Er hat uns die nötige Sichtbarkeit und finanzielle Flexibilität gegeben, um unsere Forschung an nachhaltigen Bioproduktionsprozessen konsequent voranzutreiben und neue Kooperationen aufzubauen.

    Auch im Jahr 2026 arbeiten wir intensiv daran, Mikroorganismen zu effizienten Zellfabriken weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Bakterienstämme so zu optimieren, dass sie unterschiedlichste Abfallströme – etwa Biomasse, Holzreste, Papier- und Kartonageabfälle, alte Textilien oder Plastikmüll – verwerten können. Aus diesen Reststoffen erzeugen sie neue Wertprodukte für die chemische und pharmazeutische Industrie – vollständig ohne fossile Ressourcen. Damit leisten wir einen Beitrag zur biobasierten Kreislaufwirtschaft.

    Ein wichtiger Meilenstein im vergangenen Jahr waren unsere wissenschaftlichen Publikationen in namhaften Fachjournalen:

    Fabia veröffentlichte ihre Arbeiten zur verbesserten mikrobiellen Verwertung von Ligninbausteinen in Metabolic Engineering [1]. Michael publizierte zum biologischen Upcycling von Styroporabfällen im Chemical Engineering Journal [2].

    [1] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1096717625001235

    [2] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1385894725092733


    Fabia befindet sich zudem in der Abschlussphase ihrer Promotion und wird ihre Dissertation in Kürze einreichen und verteidigen.


    Ein weiterer Erfolg ist die Zusammenstellung eines neuen Forschungsverbunds bestehend aus Forschungsinstituten und Industriepartnern. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt LiGNUM startet im März und ist auf drei Jahre angelegt [3]. 

    [3] https://www.uni-saarland.de/aktuell/kunststoff-zellstoff-nylon-perlon-lignum-43847.html


    Gemeinsam widmen wir uns der Verwertung eines Nebenstroms der heimischen Zellstoffindustrie mit dem Ziel, eine nachhaltige Syntheseroute für verschiedene Polyamide – besser bekannt als Nylon und Perlon – zu entwickeln. Für dieses Vorhaben stehen knapp eine Million Euro Fördermittel zur Verfügung.


    Auch 2026 werden wir unsere Forschung international präsentieren. Geplant sind Beiträge bei der Konferenz „Integrating Lignin Biology and Material Engineering for Product Development“ in Italien sowie bei der internationalen Pseudomonas-Konferenz in Indien."

  • Dr. Fabian M. Kern | Preisträger 2022 - Medizin

    Stand: 07/2022


    Dr. Fabian M. Kern, geb. 1993 in Speyer, studierte Bioinformatik mit methodischem Schwerpunkt (Informatik) an der Universität des Saarlandes und schloss sein Masterstudium 2018 mit Auszeichnung ab. In direktem Anschluss hat er seine Doktorarbeit am Lehrstuhl für Klinische Bioinformatik, geleitet durch Univ.-Prof. Dr. Andreas Keller, begonnen. Im Dezember 2021 wurde er an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes mit der Gesamtnote summa cum laude zum Dr. rer. nat. promoviert. In seiner Zeit als Doktorand hat er mehr als 30 Fachartikel (mit-)veröffentlicht und zuletzt seine Dissertation mit dem Thema „Algorithmen und Anwendungen nicht-kodierender RNAs in der Altersforschung“ abgefasst. Diese beschreibt neue bioinformatische Ansätze um komplexe Phänomene wie unseren alltäglichen Alterungsprozess molekular und mit bekannten Prinzipien der menschlichen Genregulation aufzuschlüsseln. Darüber hinaus hat er nach neuen, nicht-invasiven Biomarkern für altersbedingte Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer anhand groß angelegter Hochdurchsatz-Sequenzierungsstudien und fortschrittlicher Algorithmik gesucht, und deren Potential bewertet. 


    Herr Dr. Kern hat seit kurzem eine Position als Nachwuchsgruppenleiter am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), verortet am Campus der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, inne. In diesem Rahmen möchte er die Alters- mit der Infektionsforschung in einem einheitlichen Konzept verbinden und neue bioinformatische Wege als eigenständiger Wissenschaftler gehen. Ein Anlass ist die in den letzten Jahrzehnten gestiegene Inzidenz an chronischen (Alters-)Krankheiten, wovon ein Teil auch auf bakterielle sowie virale Erreger zurückzuführen sind. So lassen sich auch neu entstandene Krankheitsbilder wie etwa Post-/Long-COVID, welches oftmals neurologische Symptome umfasst, die denen neurodegenerativer Krankheiten erstaunlich ähnlich sind, besser verstehen. Deshalb möchte er auf die bestehende und breite Expertise zu Bakterienstämmen und Wirkstoffentwicklung am HIPS zurückgreifen, um die nächste Generation von Antiinfektiva anhand datengetriebener Methodik zu entwickeln. Herr Dr. Kern plant dazu die Genexpressionsmuster von pathogenen Bakterien sowie infizierter menschlicher und tierischer Gewebeproben, speziell an physiologischen Barrieren wie etwa der Blut-Hirn-Schranke, mit räumlich und zeitlich aufgelöster Sequenzierung zu kartografieren. Daraufhin sollen die in den Wirtszellen ausgelösten Kaskaden der RNA-Synthese mithilfe von maschinellem Lernen mit Signaturen der zellulären Alterung verglichen werden. Zum Einsatz soll hier die recht neue aber bereits etablierte Technik der Einzelzell-sequenzierung kommen, bei der tausendfach parallel eine hochauflösende Beschreibung der Genexpression jeder Zelle in einer Probe gewonnen wird.


    Für dieses Vorhaben ist eine ausgeprägte nationale und internationale Vernetzung notwendig, die Herr Dr. Kern mit der Zuwendung durch den Förderpreis weiter ausbauen möchte, um letztlich auch junge Talente für sein Team zu gewinnen. Gemeinsam sollen so neue biomedizinische „Targets“, d. h. Ausgangspunkte für wirksame synthetische Pathogenhemmer oder Nanoantibiotika identifiziert werden.




  • 4 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Die letzten 12 Monate waren von aufregenden Ereignissen und zahlreichen Emotionen geprägt. So ist mein Antritt als Junior-Prof. an der Universität Hamburg nahezu reibungslos verlaufen und wir haben gemeinsam als Familie den Norden Deutschlands kennen und schätzen gelernt. Selbstverständlich versuchen wir uns sprachlich und kulturell zu integrieren, umso mehr werde ich jedoch regelmäßig als „Südstaatler“ enttarnt. Wie so oft war auch in dieser Übergangszeit die Stiftung, insbesondere vertreten durch die Persönlichkeit Wilhelm Burgemeister, eine verlässliche Säule der Unterstützung!


    Diese neue Rolle bringt einige herausfordernde Aufgaben, wie etwa Gremienarbeit, ein hohes Level an Eigenverantwortung und auch unerwartete Überraschungen mit sich. Es gibt tagtäglich wichtige Entscheidungen zu treffen für die es eines integrierten Kompasses bedarf. So darf ich nun beispielsweise ein vierköpfiges Team von Studierenden für ein speziell ausgewähltes Forschungsthema ein Jahr lang begleiten – finanziert durch Mittel der DFG aus dem Programm der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Ich fühlte mich allerdings schon zu Beginn gut vorbereitet, da die im Jahr 2022 erfolgte Förderung durch die Stiftung, zugegeben in einer noch sehr frühen Phase der wissenschaftlichen Karriere, meine persönliche Weiterentwicklung in notwendigen Fähigkeiten und Kenntnissen im Hochschulsystem maßgeblich befördert - sozusagen den Kompass kalibriert - hat. 


    Wie viele Bereiche des Lebens ist aktuell auch die gesamte deutsche Hochschulwissenschaft von dynamischen Umbrüchen, Unwägbarkeiten und einem sich wandelndem Selbstverständnis affektiert. Umso mehr rückt in den Vordergrund, dass die Wissenschafts-, Kunst- und Kulturfreiheit unverhandelbare Positionen darstellen und wir gemeinsam dafür einstehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Meinung unter den HuRGS-Preisträger*innen einvernehmlich ist. Bei öffentlichen Vorträgen habe ich viele Menschen erlebt, die so wie die vielen Fürsprecher*innen und Freunde der Stiftung unsere Sache uneingeschränkt unterstützen – daher bin und bleibe ich optimistisch und hoffe wir alle bleiben uns weiterhin verbunden!“

  • Xuanhan Xu | Preisträgerin 2022 - Klassische Musik

    Stand: 07/2022


    Xuanhan Xu, geboren 2004, wuchs in China auf und zog im Alter von 13 Jahren nach Deutschland, wo sie fortan in Saarbrücken das Gymnasium „Marienschule“ besuchte und als Jungstudentin in die Klasse von Professor Gustav Rivinius an der Hochschule für Musik Saar aufgenommen wurde. Dort - nach wie vor bei Professor Gustav Rivinius - absolviert sie derzeit ihren Bachelor-Studiengang. 


    Ihre musikalische Reise begann Xuanhan Xu im Alter von fünf Jahren am Klavier. Im Alter von acht Jahren kam das Cello hinzu. Bereits im Alter von neun Jahren gewann sie die David Popper International Cello Competition in Várpalotán in Ungarn. In den beiden Jahren danach spielte sie bereits als Solistin mit großen Orchestern in China. 2017, im Alter von 13 Jahren, spielte Xuanhan Xu das Cellokonzert von Eduard Lalo mit dem NCPA (National Center for the Performing Arts) Orchestra unter der Leitung von Mo Zheng Xiao Ying in Peking. Zwei Jahre später war sie die jüngste Cellistin, die jemals im NCPA als Solistin aufgetreten war. Im Oktober 2020 wurde sie mit dem ersten Preis beim Pablo Casals lnternational Award for Young Cellists ausgezeichnet.


    Auch in Deutschland ist sie bereits bei zahlreichen hochrangigen Musikfestivals, u. a. dem Seefestival Radolfzell, aufgetreten. Kürzlich wurde sie eingeladen, bei Konzerten mit dem NCPA Orchestra, dem Macao Orchestra, dem Shanghai Philharmonic Orchestra, dem National Ballet of China Symphony Orchestra und dem Zhejiang Symphony Orchestra mitzuwirken.

  • 4 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst?


    „Ich stellte mir die Möglichkeiten für Musik vor: ‚Ich würde durch meine Musik mit Menschen kommunizieren, sie verstehen lassen, was ich zu sagen versuche, und der Inhalt muss interessant sein!' Dachte ich mir, als ich das Stipendium freiwillig erreichte. Ich träume davon, eines Tages auf größeren Bühnen zu stehen und mein Ziel fortzusetzen. Aus diesem Grund bin ich bereits auf dem Weg zu weiteren Musikfestivals und Akademien, nachdem ich den Preis gewonnen habe, um mir zu helfen, die Welt der Musik tiefer zu sehen. 


    Ich bin mir sicher, dass mir mein Studium die Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln wird, die ich für eine Karriere als Musiker benötige. Ich hoffe, mich basierend auf Kenntnissen und Kulturen ausdrücken zu können, ich möchte mehr über Kunst erfahren, nicht nur über Cello. Dieses Stipendium wird mir helfen, mein Studium und meine Karriere zu erreichen. 


    Ich plane, während meines Masterstudiums in eine andere Stadt in Deutschland zu gehen, aber ich möchte mehr Wettbewerbe bestreiten und trotzdem viel Zeit in mein Studium investieren. Dieses Stipendium wird helfen, indem es die Kosten für Meisterkurse und die Reisekosten senkt, um die ich mich kümmern muss, wenn ich in andere Länder gehe, um an Veranstaltungen teilzunehmen.


    Am Ende muss ich dem Hans-und-Ruth-Giessen-Preis danken, der mir dieses Stipendium ermöglicht hat. Ich fühle mich wirklich aufschlussreich und stolz, wenn ich den Menschen um den Preis erzählt. Es ist mir ein Vergnügen.“

    • Seit 2025: Masterstudium Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (Klasse Prof. Peter Bruns). 
    • 2025: Advanced Soloist Training „SOLO“ (Emilia-Romagna), Unterricht bei Prof. Jing Zhao. 
    • Juni 2025: Deutschlandstipendium (gefördert durch Stiftung PrimaLaMusica). 
    • Juni 2025: Aufführung des Cellokonzerts von Robert Schumann mit Maestro Hubert Soudant und dem Shanghai Philharmonic Orchestra in der Shanghai Symphony Hall. 
    • Kurz darauf: Kammermusik-Recital in der Chengdu City Concert Hall. 
    • 2025: Aktive Teilnahme an der Geneva International String Academy sowie am Pietrasanta in Concerto International Music Festival and Masterclass. 
    • 2026: Auswahl/Einladung zur Queen Elisabeth Competition.“
  • Dr. Julian Hövelmann | Preisträger 2023 - Medizin

    Stand: 04/2023


    Dr. Julian Hövelmann, geb. 1992, studierte Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) und beendete sein Studium im November 2019. Seine Promotion zum Dr. med. schloss er mit „magna cum laude“ ab. Seit Anfang 2020 absolviert er seine Facharztweiterbildung im Bereich der Inneren Medizin und Kardiologie in der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Böhm am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS). 


    Gefördert durch ein Stipendium des ‘Biomedical Education Program‘ (BMEP) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolvierte er 2017 noch im Rahmen seines Medizinstudiums ein akademisches Forschungsjahr am ‘Cape Heart Institut‘ der ‘University of Cape Town‘ in Südafrika unter der Leitung von Prof. Dr. Karen Sliwa-Hähnle. Er widmete sich hierbei der klinischen Erforschung von kardiovaskulären Erkrankungen in der Schwangerschaft und insbesondere der peripartalen Kardiomyopathie (PPCM). Sein dortiges Projekt wurde mit dem Hilmar-Stolte-Preis 2018 als beste Präsentation des BMEP-Programms ausgezeichnet. Ein Walter-Benjamin-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglichte es Herrn Dr. Hövelmann im Jahr 2021 an das Cape Heart Institute zurückzukehren und seine Forschungsprojekte zu Kardiomyopathien und Herzrhythmusstörungen zu intensivieren.


    Den Forschungspreis möchte Herr Dr. Hövelmann nutzen, um seine begonnenen Forschungsprojekte in der Klinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am UKS fortzuführen und langfristig eine eigene Nachwuchsarbeitsgruppe zu etablieren. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Risikostratifizierung von Patientinnen mit einer peripartalen Kardiomyopathie (PPCM). Bei der PPCM handelt es sich um eine zum Ende der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Entbindung auftretende Form der Herzschwäche. Sein Forschungsziel ist es, neue Biomarker zur Vereinfachung der Diagnosestellung sowie der Risikostratifizierung der PPCM zu etablieren. In dem durch die Hans- und-Ruth-Giessen-Stiftung geförderten Projekt plant er, das inflammatorische Plasmaproteom von Patientinnen mit PPCM vergleichend zu anderen Formen von Herzmuskelerkrankungen sowie gesunden postpartalen Frauen zu charakterisieren.


    Hierzu möchte Herr Dr. Hövelmann eine neuartige antikörperbasierte Proximity Extension Assay (PEA)-Proteomik-Technologie verwenden. Diese affinitätsbasierte Technologie ermöglicht den Nachweis und die Quantifizierung einer großen Anzahl im Blut zirkulierender Proteine. Nach doppelter Antikörpererkennung an das Zielprotein kommt es dabei zu einer DNA-Hybridisierung, Verlängerung und Amplifizierung. Die Häufigkeit des Zielproteins im Blut kann anschließend mittels quantitativer Polymerase-Kettenreaktion (qPCR) bestimmt werden.




  • 3 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Die Auszeichnung durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ist natürlich eine ganz besondere Ehre für mich. Ich erinnere mich sehr gerne an diesen besonderen Abend der Preisverleihung zurück. Zugleich ist die Auszeichnung jedoch auch ein großer Ansporn für mich, meine Forschung auf dem Gebiet der peripartalen Kardiomyopathie (PPCM) voranzutreiben.


    Die Einwerbung von Drittmittel ist von großer Wichtigkeit für junge Wissenschaftler*innen, um qualitativ hochwertige Forschung machen zu können. Die Bewerbungen hierfür sind kompetitiv. Daher bin ich sehr dankbar, dass die HuRGS jungen Forschern aus dem Saarland mit dem hochdotierten Förderungspreis die Möglichkeit gibt, ihre Forschung eigenständig weiterzuentwickeln.


    Die finanzielle Unterstützung der HuRGS ermöglichte mir konkret, eine detaillierte Protein-Analyse des Blutes bei Patientinnen mit PPCM und einer gesunden Kontrollgruppe durchzuführen. Die Laboranalysen dieses Projektes konnten bereits abgeschlossen werden und ich beschäftige mich derzeit mit der statistischen Auswertung sowie der Interpretation der Ergebnisse. 


    In 2025 habe ich die Ergebnisse meiner Studie auf dem internationalen European Society of Cardiology (ESC) Heart Failure Kongress 2025 in Belgrad, Serbien, im Rahmen der Young Investigator Award (YIA)-Session vorgestellt. Sie werden hoffentlich zu einem besseren pathophysiologischen Verständnis dieser schwerwiegenden Erkrankung beitragen.


    Im vergangenen Jahr konnte ich meine Forschungsarbeiten zur peripartalen Kardiomyopathie weiter voranbringen und einige Artikel in medizinischen Fachjournalen veröffentlichen. Klinisch befinde ich mich in der Vorbereitung für meine Facharztprüfung für Innere Medizin und Kardiologie, welche ich 

    in den nächsten Monaten absolvieren werde.“

  • Martina Rommel | Preisträgerin 2023 - Klassische Musik

    Stand: 04/2023


    Martina Rommel, geb. 2000 in Homburg, studiert bei Prof. Thomas Duis Klavier im Bachelorstudiengang an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Ihr musikalischer Werdegang begann mit sechs Jahren in der Kulturschule ELFE e.V. in Saarbrücken bei Frau Svetlana Giventar. Ab 2014 nahm sie Unterricht bei der Klavierpädagogin Frau Jelena Semenenko in Lebach. Bereits im Kindesalter wusste

    Martina Rommel, dass es ihr Wunsch und Ziel ist, am Klavier zu musizieren und die Musik mit den Menschen zu teilen und sie zu inspirieren.


    Sie konzertiert als Solistin durch Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien und ist Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe. Unter anderem gewann sie einen ersten Preis beim Concorso Musicale Città di Palmanova in Italien sowie einen zweiten Preis beim internationalen FEURICH Wettbewerb in Wien. Weitere Auszeichnungen sind ein Förderpreis beim Walter-Gieseking-Wettbewerb und ein erster Preis sowie ein Sonderpreis des Verlags Schott bei dem Concours Musical de France in Paris. Außerdem ist sie mehrfache Preisträgerin bei „Jugend musiziert“ auf Landes- und Bundesebene. Auch kammermusikalisch konzertiert die junge Musikerin insbesondere mit ihrem Duopartner Pablo Hubertus, mit dem sie beim Saarländischen Rundfunk Beethovens 4. Violinsonate aufgenommen haben. 


    Wichtige musikalische Impulse erhielt sie in Meisterkursen, unter anderem bei Konrad Elser, Ewa Pobłocka, Jacques Rouvier und Gilead Mishory. Durch die Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung möchte die Musikerin ihr Masterstudium an einer deutschen oder ausländischen Hochschule weitgehend finanzieren und sich bei einer weiteren international renommierten Persönlichkeit an ihrem Instrument sowohl interpretatorisch als auch technisch profilieren. Parallel dazu möchte sie sowohl an Meisterkursen bei Professor*innen weltweit sowie an renommierten Wettbewerben teilnehmen.


  • 3 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre künstlerische  Laufbahn beeinflusst?


    „Seit der Auszeichnung durch den Hans-und-Ruth-Giessen Preis hat sich in meinem Leben einiges verändert. Nach der Preisverleihung 2023 habe ich mein Bachelorstudium im Fach Klavier an der Hochschule für Musik Saar bei Prof. Thomas Duis mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen und anschließend mein Masterstudium an der Hochschule für Musik Freiburg bei Prof. Gilead Mishory begonnen.


    Ich kann kaum fassen, dass ich nun bereits am Ende meines Masterstudiums stehe - kürzlich habe ich meine letzte Abschlussprüfung abgelegt und dabei in allen Prüfungen die Bestnote erreicht. Besonders im letzten halben Jahr habe ich als Pianistin eine komplett neue Erfahrung gemacht - zum ersten Mal seit Beginn meines Klavierspiels habe ich eigenständig und ohne Lehrer an meinem Instrument gearbeitet. Diese Zeit war herausfordernd und sehr wertvoll zugleich. Umso mehr freue ich mich, dass ein neuer spannender Abschnitt auf mich wartet: Im kommenden Semester starte ich mein Konzertexamen-Studium.


    Mithilfe der großzügigen Unterstützung der Stiftung konnte ich mir während meines Masterstudiums eine Wohnung im Studentenwohnheim leisten. Zudem hatte ich die Möglichkeit, an Meisterkursen von renommierten Künstlerpersönlichkeiten teilzunehmen, unter anderem bei Prof. Ian Fountain im Rahmen der Mattheiser Sommer-Akademie Bad Sobernheim letzten Sommer, bei Prof. Adrian Oetiker in Ettal, sowie bei Prof. Alexander Schimpf in Brescia. Vor Kurzem nahm ich ebenfalls an einem Meisterkurs von Janina Fialkowska teil. All diese Erfahrungen haben mir neue Ideen und Ansätze für mein Klavierspiel vermittelt und es bereitet mir viel Freude, sowohl durch den Unterricht inspiriert zu werden, als auch mit weiteren jungen, angehenden Künstlern in Kontakt zu treten.


    Mein persönliches Konzert-Highlight 2025 war mein Auftritt mit dem Homburger Sinfonieorchester, mit dem ich Ravels Klavierkonzert in G-Dur aufgeführt habe. 

    Der Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung bedeutet für mich bis heute eine enorme Unterstützung und Bereicherung in meinem Leben, wofür ich jeden Tag aufs Neue dankbar bin!"


Dr. Kathrin Kattler-Lackes
  • Dr. Kathrin Kattler-Lackes | Preisträgerin 2024 - Naturwissenschaften

    Stand: 04/2024


    Dr. Kathrin Kattler-Lackes, geboren 1991 in Saarbrücken, ist eine herausragende Forscherin, die sich auf dem Gebiet der molekulargenetischen Untersuchung von Lebererkrankungen, insbesondere der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), profiliert hat. Ihr Forschungsvorhaben zielt darauf ab, die Entstehung und Progression von Lebererkrankungen mithilfe modernster molekulargenetischer Methoden zu untersuchen, insbesondere unter Verwendung von "spatial transcriptomics".


    Die Nachwuchsforscherin hat sich als Expertin auf ihrem Forschungsgebiet etabliert, wie ihre Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften wie Nature Communications und Nature Immunology zeigen. Sie besitzt ein fundiertes Verständnis für die Komplexität der molekularen Mechanismen, die den Krankheitsverlauf bei NAFLD beeinflussen. Ihre bisherige Forschungsarbeit belegt ihre hohe Kompetenz in der molekulargenetischen Analyse.


    Ihr Forschungsvorhaben wird als klinisch äußerst relevant eingeschätzt, da NAFLD eine zunehmend verbreitete Erkrankung ist, die dringend weitere Erforschung erfordert. Die junge Wissenschaftlerin ist in einer exzellenten Forschungsumgebung eingebettet und hat überzeugend dargelegt, wie sie die Ressourcen ihrer Umgebung nutzen möchte, um ihr Forschungsvorhaben erfolgreich umzusetzen.


    Insgesamt ist Dr. Kathrin Kattler-Lackes sowohl fachlich als auch methodisch hervorragend für ihr Forschungsthema qualifiziert. Ihr Projekt verspricht, sowohl auf grundlagenwissenschaftlicher als auch auf klinischer Ebene wichtige Erkenntnisse zu liefern. Sie wird von den Gremien der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung als besonders vielversprechende Forscherin angesehen.

  • 2 Jahre danach ...

    Stand April 2025


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Nach meiner Elternzeit bin ich in diesem Jahr vollständig in die Forschung zurückgekehrt – und die vergangenen Monate waren geprägt von viel Bewegung und spannenden neuen Entwicklungen.


    Ein wichtiger Meilenstein war die Bewilligung eines gemeinsamen BMBF‑Verbundprojekts mit dem Institut für Arbeitsforschung in Dortmund (IfADo). Es baut auf Konzepten auf, die ich dank der Förderung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung weiter ausarbeiten konnte. Im Mittelpunkt stehen neue Ansätze zur Nutzung von Leber‑Organoiden – das sind miniaturisierte, im Labor gezüchtete Lebermodelle aus menschlichen Zellen. Sie können zentrale Organfunktionen nachbilden und gelten als vielversprechende Alternative zu Tierversuchen, da sich mit ihnen Krankheitsprozesse und therapeutische Strategien unter realitätsnahen Bedingungen untersuchen lassen. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem IfADo und mehrere gemeinsam hochrangig publizierte Arbeiten zu diesem Thema bilden dafür eine hervorragende Grundlage.


    Eine weitere wichtige Neuerung an unserem Standort in der Genetik der UdS ist der Zugang zum AVITI24-System von Element Biosciences. Die Technologie verbindet moderne genetische Analysen mit detaillierten zellulären Informationen und ermöglicht so besonders klare Einblicke in biologische und krankheitsrelevante Prozesse. Kurz gesagt: Der AVITI24 liefert in kurzer Zeit ein sehr umfassendes Bild davon, was innerhalb von Zellen geschieht. 


    Dank der Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung konnte ich bereits ein erstes Pilotprojekt im Zusammenhang mit Fettlebererkrankungen mit dem AVITI24 auf den Weg bringen. Die ersten Vorarbeiten stimmen mich optimistisch – sowohl im Hinblick auf eine kommende wissenschaftliche Veröffentlichung als auch auf weitere Drittmittelanträge.Der Förderpreis hat mir nicht nur die fachliche Weiterentwicklung meiner Projekte ermöglicht, sondern auch den Übergang in eine neue Phase meines Berufslebens – die Vereinbarkeit von Forschung und Familie – spürbar erleichtert. Die Kombination aus persönlichem und wissenschaftlichem Wachstum macht dieses zweite Jahr nach der Preisverleihung zu einem besonders wichtigen Abschnitt meiner Laufbahn. Dafür bin ich der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung weiterhin sehr dankbar.“

Sophie Müller
  • Sophie Müller | Preisträgerin 2024 - Medizin

    Stand: 04/2024


    Sophie Müller ist eine äußerst talentierte und engagierte junge Forscherin, die sich durch ihre beeindruckenden Leistungen und ihre interdisziplinäre Herangehensweise an komplexe medizinische Fragestellungen auszeichnet. Geboren im Jahre 2000 in Homburg, zeigte sie schon früh ein starkes Interesse an naturwissenschaftlichen und medizinischen Themen.


    Ihre akademische Laufbahn ist geprägt von außergewöhnlichen Erfolgen. Bereits im Alter von 16 Jahren machte sie ihr Abitur mit dem herausragenden Notendurchschnitt 1,0. Sophie übersprang sogar eine Klasse während ihrer Schulzeit und begann frühzeitig an der Fernuniversität in Hagen ein Bachelorstudium in Informatik. Nach dem Abitur setzte sie ihr Doppelstudium in Me-dizin und Informatik fort.


    Sophies Streben nach Exzellenz und ihre Fähigkeit, verschiedene Disziplinen zu kombinieren, zeigen sich auch in ihren akademischen Leistungen. Dem Bachelorstudium in Informatik mit der Note 1,4 folgte ein Masterstudium in Informatik, das sie voraussichtlich in diesem Jahr zum Abschluss bringen wird. Parallel dazu absolvierte sie ihr Medizinstudium an der Universität des Saarlandes mit der herausragenden Abschlussnote 1,1.


    Besonders bemerkenswert ist Sophies Engagement in der Forschung, insbesondere im Bereich der Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. Bereits während ihres Bachelorstudiums untersuchte sie die Verwendung qualitativer Konditionale zur Wissensrepräsentation und -verarbeitung in einem medizinischen Anwendungsgebiet.


    Schon in ihrer medizinischen Doktorarbeit beschäftigte sie sich intensiv mit der Anwendung von KI und maschinellem Lernen, hier zur Vorhersage der Dekompensation von Leberzirrhose. Diese Arbeit wird bereits auf nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt und ist sowohl hochrangig publiziert als auch mit Preisen versehen.


    Sophie zeigt auch ein starkes Engagement für die praktische Anwendung ihrer Forschungsergebnisse. Als Assistenzärztin am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum des Saarlandes ist sie seit Februar 2023 aktiv in mehreren Forschungsprojekten tätig, vor allem im Bereich von Herzentzündungen. Auch hier soll KI eingesetzt werden, um zukünftig solche bakteriellen Entzündungen erfolgreicher behandeln zu können.


    Ihre Forschungsarbeit und ihr Engagement werden durch zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter das Deutschlandstipendium und verschiedene Posterpreise, anerkannt. 


    Sophie Müller ist eine herausragende Forscherin, die durch ihre interdisziplinäre Herangehensweise und ihren Einsatz für die Verbesserung der medizinischen Versorgung bereits jetzt bedeutende Beiträge zur Wissenschaft leistet und ein vielversprechendes Potenzial für zukünftige Erfolge zeigt.


  • 2 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Der Preis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ist für mich eine große Ehre und echte Motivation, meine Forschung mit Leidenschaft und Engagement fortzusetzen. Ich denke gerne an den Abend meiner Preisverleihung zurück. Dank der finanziellen Unterstützung konnte ich meine Forschungsprojekte vorantreiben, ohne mir Gedanken um deren Finanzierung machen zu müssen. Im vergangenen Jahr konnte ich zudem meine Promotion erfolgreich abschließen. Parallel dazu arbeite ich aktuell an meiner Masterarbeit im Fach Informatik, was meine wissenschaftliche Arbeit um eine zusätzliche interdisziplinäre Perspektive erweitert. Rückblickend war das letzte Jahr sehr intensiv und zugleich sehr bereichernd, da mehrere Projekte erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten.


    Ein zentrales Projekt, das durch die Förderung realisiert werden konnte, ist die Anwendung von Sonika-tion an Herzklappen zur verbesserten Endokarditis-Diagnostik. Die Untersuchungen sind inzwischen abgeschlossen und zeigen, dass sich die kulturelle Diagnostik dadurch beschleunigen lässt und die Sensitivität leicht verbessert werden kann. Auch weitere Vorhaben konnten in der Zwischenzeit abgeschlossen werden: Ein Projekt zu neuen Therapieansätzen bei Infektionen mit multiresistenten gramnegativen Bakterien wurde erfolgreich publiziert, und ein internationales Projekt zum Einsatz von Wärmebildkameras in der Diagnostik extrapulmonaler Tuberkulose ist ebenfalls nahezu abgeschlossen.


    Aktuell liegt ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit auf der Mitarbeit an der multizentrischen klinischen Studie ComBac-Africa sowie auf neuen Projekten, in denen Künstliche Intelligenz zusammen mit der MALDI-ToF-Massenspektrometrie genutzt wird, um eine verbesserte Speziesdifferenzierung und Resistenzvorhersage bei bakteriellen Infektionen zu ermöglichen.


    Für die großzügige Unterstützung und Anerkennung durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung bin ich sehr dankbar. Die Förderung hat mir nicht nur mehr Freiraum in der Forschung verschafft, sondern auch meinen beruflichen Weg nachhaltig geprägt. Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die Preisverleihung zurück, freue mich auf den Austausch mit den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern und bin gespannt auf ihre Projekte.“

Felipe Santana de Souza
  • Felipe Santana de Souza | Preisträger 2024 - Klassische Musik

    Stand: 04/2024


    Felipe Santana de Souza, geboren am 2. August 2001 in Salvador de Bahia, Brasilien, ist ein talentierter Fagottist und Kontrafagottist. Seine musikalische Reise begann im September 2013 im Rahmen des NEOJIBA-Programms, wo er sich im Kinder- und Jugendorchester von Bahia engagierte und mit renommierten brasilianischen und internationalen Lehrern zusammenarbeitete.


    Während seiner Zeit beim NEOJIBA-Programm nahm Felipe an zahlreichen Orchesterkonzerten, nationalen und internationalen Tourneen sowie Musik-festivals teil. Er hatte die Möglichkeit, mit weltberühmten Solisten wie Martha Argerich, Maxim Vengerov und Midori Goto aufzutreten.


    Felipe setzte seine Ausbildung an der Hochschule für Musik Saar (HfM Saar) in Saarbrücken fort, wo er sein Bachelor-Studium im Fach Orchester- und En-semblemusik absolvierte. Dort studierte er unter der Anleitung von Prof. Guilhaume Santana und anderen renommierten Dozenten.


    Seine musikalische Exzellenz wurde durch mehrere Auszeichnungen und Preise anerkannt, darunter der 3. Preis beim Walter-Gieseking-Wettbewerb an der HfM Saar und der 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb für Fagott-Orchesterstellen (Bassoon Meetup).


    Felipe Santana ist auch als Solofagottist an der Badischen Philharmonie am Theater Pforzheim tätig, wo er seine Leidenschaft und sein Talent für das Fagottspiel weiterhin unter Beweis stellt. Seine vielseitige Erfahrung und sein Engagement machen ihn zu einem bemerkenswerten Musiker und einer Be-reicherung für die Musikwelt.

  • 2 Jahre danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre künstlerische Laufbahn beeinflusst?


    „Dank des Förderpreises der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung habe ich in Deutschland bleiben können, zwischenzeitlich mein Bachelor-Studium abschließen und mein Master-Studium an der HfM Saar bei Guilhaume Santana als Hauptfachprofessor beginnen können sowie mein wichtigstes Projekt realisieren können, nämlich ein eigenes Fagott zu haben.


    Am Theater in Pforzheim habe ich zwischenzeitlich eine feste Stelle.


    Derzeit bin ich in Luanda/Angola als Teil eines Projekts, das Bewegung in die dortige Orchestermusik bringen will: meine Aufgabe ist dabei die Erteilung von Fagottunterricht und die Ausbildung von Bläsern.“



Portraitfoto Dr. Viktoria Wagner
  • Dr. Viktoria Wagner | Preisträgerin 2025 - Medizin

    Stand: 04/2025


    Dr. Viktoria Wagner, geboren 1995 in Homburg (Saar) , ist eine herausragende Wissenschaftlerin im Bereich der molekularen Alterungsforschung. Nach ihrem Masterstudium in Biotechnologie an der Universität des Saarlandes promovierte sie mit Auszeichnung in Biowissenschaften und ist aktuell als Postdoktorandin an der Stanford University tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle nicht-kodierender RNAs, insbesondere Mikro-RNAs, im Alterungsprozess.


     In einem ihrer wegweisenden Projekte erstellte Dr. Wagner einen gewebeübergreifenden Expressions-Atlas, um die altersbedingten Veränderungen nicht-kodierender RNAs aufzuzeigen. Darüber hinaus entwickelte sie einen Gehirnatlas, der geschlechtsspezifische Unterschiede bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson untersucht. Ein vielversprechender Therapieansatz ist die Manipulation der Mikro-RNA miR-29 zur Reduktion altersbedingter Risikofaktoren.


    Mit Hilfe des Hans-und-Ruth-Giessen-Förderpreises möchte sie diesen Ansatz weiterentwickeln und in RNA-basierte Therapien überführen.

  • 1 Jahr danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Der Preis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung für Medizin im Jahr 2024 stellt für mich eine bedeutende Anerkennung meiner wissenschaftlichen Arbeit dar und bietet zugleich eine wertvolle Unterstützung für meine Forschung.


    Als Postdoktorandin an der Stanford University im Bereich der Neurowissenschaften untersuche ich altersbedingte Veränderungen auf transkriptioneller Ebene und deren Rolle bei Alterungsprozessen sowie altersassoziierten Erkrankungen. Ein zentrales Ziel meiner Forschung ist es, molekulare Mechanismen zu identifizieren, die zur Abnahme kognitiver und motorischer Fähigkeiten im Alter beitragen.


    Im aktuellen Projekt liegt der Fokus auf der Identifikation molekularer Signaturen auf transkriptioneller Ebene, die mit altersbedingten Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und motorischen Funktionen assoziiert sind. Hierzu werden Ergebnisse verschiedener kognitiver und motorischer Verhaltenstests mit regionalen Transkriptionsprofilen des Gehirns in unterschiedlichen Altersgruppen kombiniert. Dieser innovative Ansatz ermöglicht es, der individuellen Variabilität von Alterungsprozessen Rechnung zu tragen und gezielt transkriptionelle Veränderungen zu identifizieren, die mit funktionellen Leistungseinbußen assoziiert sind.


    Die Förderung durch die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ermöglicht es mir, diese Forschungsarbeiten vertieft voranzutreiben und neue Perspektiven für ein besseres Verständnis altersbedingter funktioneller Veränderungen zu entwickeln. Für diese Unterstützung und die damit verbundene Anerkennung bin ich der Stiftung sehr dankbar.”

Portraitfoto Dr. Carsten Seyfert
  • Dr. Carsten Seyfert | Preisträger 2025 - Naturwissenschaften

    Stand: 04/2025


    Dr. Carsten Seyfert, geboren 1994 in Neunkirchen (Saar), studierte Molekularbiologie an der Universität Basel und spezialisierte sich auf Infektionsbiologie. Nach einem Praktikum in der pharmazeutischen Industrie begann er 2020 seine Doktorarbeit am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS). Seine Forschung zur neuen Antibiotikaklasse der Darobactine wurde 2024 mit summa cum laude ausgezeichnet.


    Dr. Seyfert entwickelte innovative Derivate der Darobactine, die gegen multiresistente Keime bis zu 128-mal wirksamer sind als die natürlichen Ausgangsformen. In ersten Tiermodellen konnten sie ihre herausragende Wirkung bestätigen. Ziel seiner weiteren Forschung ist es, die biotechnologische Produktion dieser Substanzen zu optimieren und den Weg in klinische Studien zu ebnen.


    Den Förderpreis der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung wird er zur Teilnahme an internationalen Konferenzen und zur betriebswirtschaftlichen Weiterbildung nutzen, um die Kommerzialisierung der Darobactine voranzutreiben.

  • 1 Jahr danach ...

    Stand März 2026


    Wie hat der Förderpreis Ihre berufliche und wissenschaftliche Laufbahn beeinflusst?


    „Im vergangenen Jahr konnten meine Projektpartner und ich einige entscheidende Fortschritte in der Weiterentwicklung unserer neuen Antibiotikaklasse „Darobactine“ erzielen. Bestärkt durch den Rückenwind meines Hans-und-Ruth-Giessen- Stiftungspreises 2025, pitchten wir erfolgreich bei der „GoBio initial“ Fördermittel Initiative 2025 des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Berlin, um Gelder für die Weiterentwicklung der Darobactine auch gegen sexuell übertragbare, schwer zu behandelnde bakterielle Infektionskrankheiten zu erhalten. 


    Darüber hinaus konnten wir in ersten Lungenstudien an Mäusen die vielversprechende Wirksamkeit unserer neuen Darobactinderivate nachweisen und neue, aktivere, Analoga patentieren, um unsere Patentfamilie weiter auszubauen und so eine spätere Kommerzialisierung zu ermöglichen. Aktuell bemühen wir uns, um weitere Fördermittel, vor allem um die Effektivität gegen schwer zu behandelnde Lungeninfektionen weiter zu verbessern.


    Dank der Preisgelder konnte ich erste betriebswirtschaftliche Seminare finanzieren und freue mich, dass ich so auch im März an der Gordon Konferenz nahe Florenz meine Forschungsergebnisse präsentieren kann – ohne mir Gedanken über die Finanzierung der Konferenzteilnahme machen zu müssen.“

Portraitfoto Dr. Ahmad Aljohmani
  • Dr. Ahmad Aljohmani | Preisträger 2026 - Medizin

    Stand: 03/2026


    Dr. Ahmad Aljohmani wurde 1993 in Sada (Syrien) geboren und studierte Pharmazie in Jordanien. Dort erwarb er sowohl den Abschluss als Doktor der Pharmazie als auch einen Master in Klinischer Pharmazie. Anschließend setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn in Deutschland fort und promovierte am Universitätsklinikum des Saarlandes im Bereich Molekulare Pharmakologie.


    Heute leitet er am Universitätsklinikum des Saarlandes eine eigene Nachwuchs-Arbeitsgruppe im Center for Molecular Signaling. Seine Forschung beschäftigt sich mit schweren bakteriellen Infektionen. Dabei untersucht er nicht nur die Krankheitserreger selbst, sondern vor allem die Reaktionen des Körpers. Denn häufig entstehen schwere Schäden nicht allein durch Bakterien, sondern auch durch überschießende Entzündungsreaktionen des eigenen Immunsystems.


    Dr. Aljohmani erforscht, welche körpereigenen Eiweiße – sogenannte Enzyme – bei Infektionen eine Rolle spielen und wie man diese gezielt beeinflussen kann, um Entzündungen zu bremsen und Gewebe zu schützen. Seine Arbeit verbindet Laborforschung mit Untersuchungen an Patientenproben und hat damit eine direkte Bedeutung für die medizinische Praxis.

    Mit dem Förderpreis baut er jetzt einen neuen Forschungsschwerpunkt im Bereich Kopf-Hals-Tumoren auf. Auch bei Tumoren spielen körpereigene Signalwege und Enzyme eine wichtige Rolle, insbesondere für deren Wachstum und Ausbreitung. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es ihm, erste wichtige Vorarbeiten zu leisten, Daten zu erheben und internationale Kontakte auszubauen.


Portraitfoto Paula Prudlo
  • Paula Prudlo | Preisträgerin 2026 - Klassische Musik

    Stand: 03/2026


    Paula Prudlo, geboren 2006 in Homburg begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel. Früh wurde ihr Talent erkannt und im Rahmen der Young Academy Rostock gezielt gefördert.


    Sie trat mehrfach solistisch mit Orchestern auf und war Stimmführerin der Cellogruppe im Bundesjugendorchester, eine besondere Auszeichnung innerhalb dieses renommierten Nachwuchsorchesters.


    Seit dem Wintersemester 2024/25 studiert sie Violoncello an der Hochschule für Musik Saar. Ein Musikstudium auf professionellem Niveau ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Zwar besaß sie seit ihrem 13. Lebensjahr ein eigenes Instrument, doch entsprach dieses nicht mehr den Anforderungen, die bei Vorspielen für Orchesterstellen erwartet werden.


    Gerade bei Bewerbungen für eine feste Stelle in einem Berufsorchester entscheidet neben dem Können auch die Qualität des Instruments. Der Förderpreis eröffnet ihr die Möglichkeit, auf einem höherwertigen Cello zu spielen und sich damit optimal auf kommende Probespiele vorzubereiten.


In unserer Broschüre  finden Sie alle Informationen rund um die Stiftung und die bisherigen Preisträger*innen zusammengefasst.


Mit einem Klick auf die Grafik öffnet sich die PDF-Datei der Broschüre.


Stand 03/2026

Grafik der Titelseite der Broschüre