Preisverleihung 2018

Die 1. Preisverleihung

Die Stiftung hat die ersten Förderpreise in Höhe von insgesamt 50.000 € verliehen.

Am 21. Juni 2018 hat die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung in St. Ingbert die ersten Förderpreise in Höhe von insgesamt 50.000 € verliehen. Die Förderpreise, jeweils dotiert mit 25.000 €, gingen an Beate M. Schmitt im Bereich Naturwissenschaften/Medizin und an Jonas Stark im Bereich Klassische Musik.

Die Preisverleihung fand in dem zu einem Theaterkleinod umgestalteten Alten Waschhaus (aus dem Jahre 1893) auf dem Drahtwerk-Nord-Areal in St. Ingbert statt. Winfried Weinem, der amtierende Präsident des die Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung betreuenden Rotary Clubs St. Ingbert, begrüßte annähernd 200 Gäste aus dem Familien- und Freundeskreis sowohl der Preisträger als auch von Hans und Ruth Giessen, aus fast allen saarländischen Rotary Clubs sowie aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, darunter das fast vollständig anwesende Präsidium der Universität des Saarlandes.

Wilhelm Burgemeister, der Koordinator der Stiftung, stellte den Gästen die Stiftung im Einzelnen vor, insbesondere die sich über rund zwei Jahrzehnte erstreckende Entwicklungsphase der Stiftung, das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Hans und Ruth Giessen einerseits und deren rotarischen Freunden in St. Ingbert andererseits, die Einbindung des Stiftungszwecks in die übrigen Aktivitäten der St. Ingberter Rotarier, die aus der Sicht von Hans und Ruth Giessen persönlichen Hintergründe der konkreten Förderbereiche der Stiftung und die Motive von Hans und Ruth Giessen zur Höhe des jährlichen Förderpreises.

Wilhelm Burgemeister schloss mit einem Blick auf die Zukunft der Stiftung, die trotz der derzeitigen Zinssituation und auch ohne jede Zustiftung viele Jahre bestehen wird, verband diese Feststellung aber mit der nicht ganz unberechtigten Erwartung, dass es in Zukunft immer mehr Mitglieder unserer Gesellschaft geben wird, die mangels Kinder und Enkelkinder ihre „emotionale Rendite“ in Stiftungen, so auch in Zustiftungen zur Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung, suchen werden.
Rede von Wilhelm Burgemeister
Prof. Dr. Volker Linneweber und Prof. Thomas Duis, gemeinsam mit Dr. Hanspeter Georgi Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung, hielten die Laudationes auf die ersten Preisträger. Auf Veranlassung der Stiftung hatte die Universität des Saarlandes den diesjährigen Förderpreis für die Bereiche Naturwissenschaften und Medizin ausgeschrieben und in einer Vorprüfung die preiswürdigen Bewerbungen ausgewählt. Unter diesen preiswürdigen Bewerbungen hat sich das Kuratorium in Abstimmung mit dem Träger der Stiftung einstimmig für Beate M. Schmitt entschieden. Im Bereich Klassische Musik war Jonas Stark der das Kuratorium und den Träger der Stiftung überzeugende herausragende Kandidat.

Nach der Übergabe der Preise, über die auch Presse, Funk und Fernsehen ausführlich berichtet haben, stellten die Preisträger sich persönlich sowie Beate M. Schmitt ihr Forschungsprojekt und Jonas Stark mit Chopin und Strawinsky sein Können am Klavier in jeweils äußerst beeindruckender Weise und mit jeweils lang anhaltendem Beifall der anwesenden Gäste vor.

Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, Schirmherr dieser ersten Preisverleihung, gratulierte in seiner Ansprache den Preisträgern Beate M. Schmitt und Jonas Stark, hob die Bedeutung der herausragenden Preise als Ansporn sowohl für die Preisträger als auch für andere junge Menschen, die sich in der Wissenschaft und der Kunst engagieren, hervor, dankte den St. Ingberter Rotariern für ihren besonderen Einsatz im Zusammenhang mit der Stiftung und dieser ersten Preisverleihung, betonte den Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements, und hier auch insbesondere nicht nur der St. Ingberter, sondern aller saarländischen Rotarier, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, wobei das Saarland, das wie kein anderes Bundesland Herausforderungen des Strukturwandels zu meistern hatte, in besonderer Weise auf diesen ehrenamtlichen Beitrag der Zivilgesellschaft angewiesen sei.

Ein „vin d’honneur“ mit einem regen Gedankenaustausch zwischen den Preisträgern, deren Familien und Freunden sowie den anwesenden Gästen beschloss diese erste Preisverleihung der Stiftung. Auch der Schirmherr dieser ersten Preisverleihung ließ es sich nicht nehmen, mit einem Gläschen auf das Wohl der Stiftung und der ersten Preisträger seinen Besuch in St. Ingbert zu engagierten Gesprächen rund um die Themen des Abends zu nutzen.

Die Preisträger 2018

Beate M. Schmitt
Beate M. Schmitt, geb. 1992 in Zweibrücken, promoviert aktuell am Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie der Universität des Saarlandes. Sie überzeugte das Kuratorium mit ihrem anspruchsvollen Projektantrag und mit ihrer bisherigen akademischen Karriere. Sie möchte mit ihrem Vorhaben „Zielgerichtete Reduktion des Oberflächenproteins NG2 in Glioblastomen durch Inhibition der Proteinkinase CK2“ sowohl einen wesentlichen Beitrag zur Grundlagenforschung als auch deren klinischer Anwendungspotentiale leisten.

Glioblastome sind häufige äußerst bösartige Hirntumore, bei denen die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten wegen fehlender Heilungsmöglichkeiten vorwiegend auf Symptomlinderung abzielen. Ziel des Forschungsvorhabens von Frau Schmitt ist es, auf Zellebene neue Wege der Signalübermittlung und Angriffspunkte an Molekülen zu finden, die Tumorzellen an ihrer Teilung hindern. So könnte das Tumorwachstum gebremst und damit das Leben der Patienten verlängert werden. Im besten Fall könnte das Tumorwachstum vielleicht sogar völlig gestoppt werden und es bestünde die Chance auf Heilung.

Bei Beate M. Schmitt nachgefragt: Wie werden Sie den Förderpreis konkret nutzen?
"Die Ausschreibung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung kam für mich zu einem sehr passenden Zeitpunkt. Ich hatte das erste Großprojekt meiner Promotion erfolgreich abgeschlossen und bereits einige Monate an meinem aktuellen Thema: „Zielgerichtete Reduktion des Oberflächenproteins NG2 in Glioblastomen durch Inhibition der Proteinkinase CK2“ gearbeitet. Deshalb war es mir möglich, anhand von ersten vorläufigen Forschungsergebnissen die Arbeitshypothese meines Projektes in der Bewerbung fundiert darzustellen. Zudem habe ich schon lange den Traum von einem Laborpraktikum im englischsprachigen Raum, um meine Zukunfts- und Karriereplanung bestmöglich zu verwirklichen. Für Wissenschaftler ist der Nachweis eines solchen Auslandsaufenthaltes in Hinblick auf die Sprachkenntnisse und das Projektmanagement eine tolle Zusatzqualifikation und ein Alleinstellungsmerkmal. Die finanzielle Unterstützung der Hans-und-Ruth-Giessen-Stiftung ermöglicht mir, diesen Traum tatsächlich in naher Zukunft zu realisieren.
Während des Laborpraktikums werde ich bereits erlernte Methoden vertiefen und mein Methodenspektrum mit neuen Techniken erweitern können. Außerdem erhoffe ich mir auch neue Herangehensweisen und Ideen für wissenschaftliche Problemstellungen. Da Englisch “die Wissenschaftssprache“ ist, bekomme ich im dortigen Umfeld durch den konstruktiven Austausch und im normalen Alltag auch die Möglichkeit, meine Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Nach meiner Promotion möchte ich zunächst als Postdoc arbeiten, um Berufserfahrung sammeln zu können und vor allem meine organisatorischen Fähigkeiten in Hinblick auf Projektplanungen zu optimieren. Parallel dazu plane ich an meiner Habilitation zu arbeiten. Anschließend möchte ich vorerst gerne als Privatdozentin arbeiten, da es mir sehr viel Spaß macht, anderen Menschen Wissen zu vermitteln. Sollte sich dahingehend auch eine Stelle als Nachwuchsgruppenleiterin ergeben, wäre ich, abgesehen von einer Professur, an meinem persönlichen Berufsziel angekommen."
Jonas Stark
Jonas Stark, geb. 1998 in Saarlouis, startete bereits als 15jähriger - nach seinem Abitur mit der Note 1 am Gymnasium am Stefansberg in Merzig - sein Musikstudium an der Hochschule für Musik Saar bei Professor Thomas Duis. Er ist bereits heute ein vielfach ausgezeichneter nationaler und internationaler Musiker mit umfassenden Konzerterfahrungen durch Auftritte in Köln, Hamburg, Dresden, Konstanz, Wien, Davos, Kaschau (Slowakei), Manchester und Sydney. Auch war er mehrfach Solist in Klavierkonzerten, zuletzt bei den Mozartfestspielen in Schwetzingen.

Nach Meisterkursen 2016 in Manchester und 2017 in Dresden hat er sich nun für ein zweijähriges Masterstudium an der Royal Academy of Music in London, Großbritannien, entschieden.

Bei Jonas Stark nachgefragt: Was versprechen Sie sich von ihrem Studium an der Royal Acadamy of Music in London?
"Eine Reihe von Ereignissen hat mich dazu gebracht, die Royal Academy als den für mich idealen Studienplatz auszuwählen: Im Jahr 2012 führte ich zusammen mit meiner Klavierlehrerin ein Gespräch mit Professor Christopher Elton beim 13. Klavierwettbewerb in Ettlingen. Bereits zu diesem Zeitpunkt spürte ich eine große Affinität zu seiner Art der Kommunikation und seinem Ausdruck musikalischer Gedanken. Dies behielt ich in Erinnerung, bis ich im Jahr 2016 in Manchester und im Jahr 2017 in Dresden an seinen Meisterkursen teilnahm, die mich beide Male sehr inspirierten, berührten und bereits meiner künstlerischen Entwicklung förderlich waren. Ich bin überzeugt, dass ich meinen Zielen eines tieferen Verständnisses von Musik sowie einer erfolgreichen solistischen Karriere nur durch ein Masterstudium an einer Institution der höchstmöglichen Standards wie der Royal Academy of Music näherkommen kann. Im Detail erwarte ich mir die Arbeit mit erfahrenen Weltklassepädagogen, von denen ich weitere wertvolle, interpretatorische wie technische Ratschläge erhalten kann. Schön wären mehr Auftrittsmöglichkeiten, als sie an einer deutschen Musikhochschule möglich sind, sowie der Austausch mit anderen Studenten auf einem ähnlichen hohen Ausbildungsstand - zum Beispiel für Kammermusik - oder auch gegenseitige Inspiration. Am meisten allerdings erhoffe ich mir, die Herangehensweise zu verfeinern, mit der ich meine Ideen, Wahrnehmungen und Emotionen zu dem Klang verwandle, den ich erzeugen und dem Publikum rüberbringen möchte."

Pressestimmen

Saarländischer Rundfunk

Wir im Saarland - Saar nur!
Freitag 22.06.2018 | 18.15 Uhr bis 18:45 Uhr
(Erster und fünfter Beitrag der Sendung)


Link zur Mediathek des SR
leider nicht mehr verfügbar
Saarländischer Rundfunk

aktueller bericht
Freitag 22.06.2018 | 19.20 Uhr bis 20.00 Uhr



Link zur Mediathek des SR
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Saarbrücker Zeitung

Bericht vom 22. Juni 2018






Saarbrücker Zeitung

Bericht vom 25. Juni 2018




Rundschau St. Ingbert

Bericht aus Magazin 07/2018




Wochenspiegel

Bericht vom 11. Juli 2018




Rundschau St. Ingbert

Bericht aus Magazin 08/2018




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